
Märkte am Morgen: Microsoft, Alphabet, Oracle, T-Mobile US, FedEx, Airbus
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Am Donnerstag, dem 29. Oktober, blieben die Leitzinsen der Fed wie erwartet bei 3,75 bis 4 Prozent. Eine leichte Überraschung war die Ankündigung von Kevin Wash, dass es im nächsten Jahr eventuell eine Zinssitzung weniger geben könnte, bei der über den Leitzins entschieden wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember um 0,25 Prozentpunkte ist auf über 83 Prozent gestiegen, was auf die Zustimmung der meisten Fed-Mitglieder zurückzuführen ist.
Der amerikanische Markt reagierte gelassen auf die Fed-Nachrichten. Der Dow Jones schloss 0,3 Prozent höher, der S&P 500 und der Nasdaq legten ebenfalls rund 0,3 Prozent zu. Der DAX hatte bereits vor der Fed-Entscheidung 0,44 Prozent gewonnen und wird voraussichtlich heute mit einem Plus von 0,2 bis 0,3 Prozent starten. In Asien verzeichnete der Nikkei ein Plus von 1,1 Prozent, während der Hang Seng 0,2 Prozent und der Shanghai Composite 0,9 Prozent verloren. Die Ölpreise blieben hoch, mit Brent bei etwa 114 Dollar und WTI bei 101 Dollar. Bitcoin fiel wieder unter die 80.000er Marke auf 79.800 Dollar.
Nach Handelsschluss in den USA wurden die Bilanzen von Microsoft und Alphabet vorgelegt. Microsoft überzeugte auf ganzer Linie. Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden Dollar (erwartet: 90,6 Milliarden). Das operative Ergebnis lag bei 44,9 Milliarden Dollar (erwartet: 45,9 Milliarden). Der Gewinn pro Aktie betrug 4,89 Dollar (erwartet: 4,73 Dollar). Besonders positiv waren die Investitionsausgaben (CAPEX), die mit 39,4 Milliarden Dollar deutlich unter den erwarteten 46 Milliarden lagen. Dies wurde als positives Zeichen gewertet, da geringere Investitionen die Sorge um die Finanzierung massiver Projekte in der Tech-Branche mindern. Die Microsoft-Aktie drehte nach der Veröffentlichung der Zahlen ins Plus und notierte nachbörslich über 4 Prozent höher.
Alphabet hingegen enttäuschte. Der Umsatz verfehlte die Erwartungen leicht und lag bei 127 Milliarden Dollar (erwartet: 127,9 Milliarden), was dennoch ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellte. Der Gewinn pro Aktie brach jedoch auf 2,12 Dollar ein, verglichen mit 2,87 Dollar im Vorjahresquartal und erwarteten 3,01 Dollar. Dies ist hauptsächlich auf hohe Investitionen zurückzuführen. Obwohl Google Cloud ein starkes Umsatzwachstum von über 103 Prozent verzeichnete, enttäuschten YouTube und das Werbegeschäft. Trotz eines starken Wachstums der Suchanfragen, das auf KI zurückgeführt wird, konnte sich dies nicht im Gewinn niederschlagen. Die Alphabet-Aktie verlor nachbörslich fast 10 Prozent. Der Aktionär sieht diesen Rücksetzer jedoch als Einstiegsgelegenheit.
Oracle sorgte mit seinem Investorentag für Euphorie. Das Unternehmen stellte ehrgeizige Ziele für 2030 vor: Ein Umsatz von über 225 Milliarden Dollar (ein jährliches Wachstum von über 35 Prozent), ein Gewinn pro Aktie von mindestens 21 Dollar und ein positiver Free Cash Flow ab der zweiten Hälfte 2028. Ab dem Geschäftsjahr 2029 soll sich das Wachstum von Oracle selbst finanzieren. Zudem will man bis 2030 nur bis zu 20 Milliarden Dollar an neuem Kapital aufnehmen, abgesehen von der Refinanzierung bestehender Schulden, was im Vergleich zu anderen US-Tech-Unternehmen relativ wenig ist. Die Oracle-Aktie stieg gestern um 11 Prozent.
T-Mobile US übertraf im dritten Quartal alle Erwartungen. Das Unternehmen gewann 274.000 neue Kunden, obwohl Analysten einen Rückgang erwartet hatten. Der Umsatz lag bei 23,58 Milliarden Dollar (erwartet: 23,15 Milliarden). Der bereinigte Gewinn pro Aktie betrug 3,22 Dollar. Der Nettogewinn stieg um rund 28 Prozent. Ein kleiner Wermutstropfen war der Rückgang der Umsätze bei Prepaid-Kunden. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde leicht angepasst: Das EBITDA soll nun zwischen 37,35 und 37,45 Milliarden Dollar liegen, und der Free Cashflow wurde auf 18,7 bis 18,8 Milliarden Dollar angehoben. Das Ziel, eine Million Neukunden zu gewinnen, wurde bestätigt. Die Aktie von T-Mobile US, die zuletzt durch die SpaceX-Geschichte unter Druck geraten war und ein 52-Wochen-Tief erreichte, dürfte heute mit einem Plus von 2 Prozent in den Handel starten.
FedEx legte ebenfalls Zahlen vor und übertraf die Erwartungen beim bereinigten Gewinn. Der Umsatz stieg um 12,3 Prozent. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 3,74 Dollar (erwartet: 3,34 Dollar). Das operative Ergebnis stieg um 16,5 Prozent. Der Nettogewinn war jedoch rückläufig und lag bei 290 Millionen Dollar (Vorquartal: 650 Millionen), was auf einen Buchverlust bei Finanzanlagen zurückzuführen ist. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde angehoben: Der Gewinn pro Aktie wird nun zwischen 18 und 18,60 Dollar erwartet (vorher: 16,90 bis 18,10 Dollar). Der Umsatz soll um 12 Prozent steigen (vorher: 11 Prozent). Das Sparprogramm "Network 2.0" soll bis Ende 2027 Einsparungen von 2 Milliarden Dollar bringen. Der CEO kündigte zudem an, das internationale Wachstum, insbesondere in Europa, verstärken zu wollen. Die FedEx-Aktie zeigte nach der Bilanzvorlage nur geringe Reaktionen und notierte leicht im Minus.
In Deutschland gab es heute Morgen zahlreiche Bilanzen, darunter ein Milliardenverlust bei Volkswagen und Zahlen von Redcare Pharmacy. Gestern Abend legte Airbus seine Bilanz vor. Das dritte Quartal war wie erwartet durchwachsen, aber die Jahresziele wurden bestätigt. Der Umsatz fiel im dritten Quartal um 2 Prozent. Der operative Gewinn sank um 9 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, was jedoch erwartet wurde. Das Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft konnte deutlich zulegen. Der Nettogewinn stieg dank positiver Sondereffekte um ein Fünftel auf gut 1,3 Milliarden Euro. Airbus bestätigte das Ziel, im Gesamtjahr 2026 870 Flugzeuge auszuliefern, was einen neuen Rekord darstellen würde. Der operative Gewinn soll im Gesamtjahr bei 7,5 Milliarden Euro liegen. Für 2028 wird ein Gewinn von 12 bis 13 Milliarden Euro erwartet. Der Auftragsbestand lag Ende September bei über 9.300 Flugzeugen. Die Airbus-Aktie hatte sich zuletzt von einem Rücksetzer auf die 200-Tage-Linie erholt, die direkte Reaktion auf die Bilanz steht noch aus.
Der neue Aktionär ist ab sofort als E-Paper erhältlich und ab Freitag am Kiosk. Die Titelstory befasst sich mit "Comeback Kandidaten" – fünf Titeln, die kurz vor einem Turnaround stehen. Weitere Themen sind deutsche Perlen von KI bis Rüstung, die ins Depot gehören, sowie die mögliche Fusion von SpaceX und Tesla und das bevorstehende IPO von Anthropic.