
Midterms und Märkte: Wo liegen jetzt die Anlagechancen?
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Liebe Zuschauer, in den folgenden Minuten beleuchten wir die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA am 3. November und deren potenzielle Auswirkungen auf die Börsen. Wir sprechen mit Ann Christin Janel von der HSBC über die historische Performance des S&P 500 in solchen Jahren und was dies für Anleger bedeutet.
Ann Christin Janel erklärt, dass ein Blick in die Zukunft schwierig sei, weshalb man sich auf historische Daten konzentriere. HSBC hat die Performance des S&P 500 in Zwischenwahljahren untersucht, wobei der Zeitraum von Januar bis Oktober betrachtet wurde. Ein klares Muster sei nicht erkennbar; die Jahre seien relativ ausgeglichen zwischen positiven und negativen Entwicklungen. Die Volatilität sei jedoch hoch, wie das Minus von rund 18% im Jahr 2022 zeige. Aktuell stehe der Index bei einem Plus von fast 12%, was darauf hindeute, dass andere Themen den Kapitalmarkt stärker beeinflussen.
Obwohl ein klares Muster fehle, sei die aktuelle positive Entwicklung des S&P 500 erkennbar. Es gebe derzeit mehr als genug Impulse und weitere Brennpunkte, die die Märkte beeinflussen. Die Zwischenwahlen könnten daher, zumindest was die Marktreaktion angeht, in den Hintergrund treten. Ein Plus von rund 12% im S&P 500 allein in diesem Jahr sei eher ungewöhnlich, auch wenn das historische Bild gemischt sei.
Janel führt aus, dass dieses Jahr einige Ereignisse stattgefunden haben, die den Markt stark beeinflusst haben. Die politischen Nebengeräusche seien jedoch vom S&P 500 gut verdaut worden. Wahrscheinlich seien Wirtschaftswachstum und die Geldpolitik der Fed die treibenden Themen, die den Index bisher getragen haben und ihn stabil halten. Dies stelle eine interessante Ausgangslage für die anstehenden Wahlen dar.
Für Marktteilnehmer und Anleger mache dies die Situation nicht einfacher. Neben der Fed würden diese Woche auch andere Notenbanken über die Zinspolitik beraten. Die Einordnung werde durch den nicht sehr wortreichen Fed-Chef Kevin Wash erschwert, was zu vielen Unsicherheitsfaktoren führe. Eine klare Prognose zu den Zwischenwahlen als Impulsgeber sei daher schwierig.
Was Anleger in dieser Situation tun können, um sich nicht zu exponieren, wird erörtert. Hierfür wurde die Historie nach Zwischenwahlen und der Performance des S&P 500 in den darauffolgenden zwei Jahren untersucht, beginnend ab 1946. Interessanterweise habe der S&P 500 in 95% der Fälle positiv performt. Eine Ausnahme bildete die Periode 2006-2008, die von der Finanzkrise geprägt war. Der durchschnittliche positive Wertbeitrag in den zwei Folgejahren liege bei rund 25%. Auch wenn dies keine direkte Vorhersage für die Zukunft sei, zeige die historische Betrachtung über einen langen Zeitraum, dass der S&P tendenziell positiv reagiere.
Aktuelle Themen wie die mögliche Reduzierung von Unsicherheit nach der Wahl könnten zu einer positiven Marktreaktion führen. Je nach Wahlausgang könnten auch politische Leitplanken gesetzt werden, die für die USA und die Welt Bedeutung haben. Zudem fallen die Zwischenwahlen in die typische Jahresendrally-Periode, die oft auch das erste Quartal positiv beeinflusst. Eine nachlassende politische Unsicherheit könnte auf eine zyklische Stärke treffen und als Katalysator für steigende Kurse wirken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Historie auf eine Verbesserung hindeutet. Hinzu kommt die Möglichkeit einer noch nicht eingetretenen Jahresendrally. Wenn der Markt Klarheit gewinnt, könnte sich die Situation weiter positiv entwickeln. Dennoch müssen Anleger eine Positionierung wählen.
Es gibt Anleger, die von weiter steigenden Kursen ausgehen, gestützt durch die erwartete Klarheit nach den Wahlen. Andere hingegen halten sich aufgrund der vielen Unsicherheitsfaktoren bedeckt. Unabhängig davon ist eine Entscheidung für ein Anlageprodukt notwendig.
In dieser Marktlage werden verschiedene Instrumente aus der Welt der Zertifikate und Optionen als interessant erachtet. Die Wahl hängt von der eigenen Marktmeinung ab: Steigen die Kurse, fallen sie oder möchte man sich absichern? Auch der Zeithorizont spielt eine Rolle.
Für erfahrene Trader könnten Hebelprodukte wie Open End Turbo-Optionsscheine attraktiv sein. Sie ermöglichen es, kurzfristig auf eine positive Marktreaktion zu setzen und diese durch einen Hebel zu verstärken, um überproportional an Kursbewegungen zu partizipieren. Dabei müssen Chancen und Risiken sorgfältig abgewogen und die eigenen Risikoaffinität eingeschätzt werden.
Ein Open End Turbo-Optionsschein hat keine feste Laufzeit und bezieht sich auf einen Basiswert, wie beispielsweise den S&P 500. Durch einen eingebauten Hebel kann man überproportional an Kursbewegungen teilnehmen, sei es auf steigende oder fallende Kurse. Wenn der S&P 500 um 1% steigt, legt ein Turbo-Optionsschein mit Hebel 5 um 5% zu. Steigt der S&P um 2%, legt das Instrument um 10% zu.
Entsprechend hoch ist jedoch auch das Risiko. Fällt der S&P um 1%, fällt der Turbo-Optionsschein um 5%. Ein entscheidendes Merkmal ist die Knockout-Barriere, eine vorab festgelegte Grenze. Wird diese berührt oder unterschritten, verfällt das Produkt wertlos, was zu einem Totalverlust führt.
Anleger sollten daher ehrlich einschätzen, wie viel Risiko sie eingehen möchten, ob sie einen kleineren oder größeren Hebel wählen und die Funktionsweise des Instruments sowie dessen Best- und Worst-Case-Szenarien verstehen. Eine klare Einschätzung des eigenen Risikoprofils ist unerlässlich.
Abschließend wird betont, wie wichtig es ist, das Risiko abzuwägen und sich gut zu positionieren, um im besten Fall Gewinne zu sichern. Die Ausführungen von Ann Christin Janel bieten einen Blick in die Vergangenheit und Möglichkeiten zur Positionierung. Es bleibt zu hoffen, dass es zu einer positiven Jahresendrally kommt.
Es gibt definitiv viele Impulse und Faktoren, auf die Anleger reagieren können. Vielen Dank für die Ausführungen. Die Zuschauer werden wie immer über die Entwicklungen und Anlagemöglichkeiten informiert.