
Letzte Vorbereitungen vor dem Run? | Markt | Nokia | Paypal | Vonovia | Nebius | Amazon | ETH
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Herzlich willkommen zur Märkte und Trends XXL-Ausgabe vom Donnerstag, 22. Oktober, 11 Uhr. Heute zu Gast ist Thomas, der uns aus Frankfurt zugeschaltet ist. Wir beginnen direkt mit dem US-Markt und werfen einen Blick auf die anstehenden Unternehmensberichte und Wirtschaftsdaten.
Besonders im Fokus stehen heute die Quartalszahlen von **Shopify** vor Börseneröffnung und vor allem die von **Intel** nach Börsenschluss. Die Intel-Zahlen könnten wichtige Impulse für den Halbleitermarkt liefern.
Ein weiteres wichtiges Thema sind die **Ölpreise**, die aktuell deutlich anziehen. Brent-Öl verzeichnet ein Plus von 3,5 % und setzt damit seinen Aufwärtstrend fort. Dies ist generell keine positive Nachricht für die Aktienmärkte und stellt eine Belastung dar. Auch WTI legt um knapp 3 % zu.
Die Stimmung bei den **Technologieaktien** hat sich heute wieder deutlich ins Negative gekippt. Der Nasdaq 100 notiert vorbörslich bereits 2 % im Minus, was für diese Handelsphase sehr viel ist. Amerikanische Tech-Konzerne, die auch in Deutschland gehandelt werden, zeigen deutliche Abschläge: Lam Research verliert 9 %, Core Weave fast 6 %, Lumentum Holdings 5 %, Marvell 5,3 % und Intel fällt deutlich unter die 80-Euro-Marke mit 5,3 % im Minus. Auch NIBE zeigt sich deutlich schwächer. Die dreitägige Aufwärtsbewegung des Nasdaq 100 ist damit vorerst beendet. Zwar gibt es eine solide Unterstützungszone, deren Halten nun entscheidend sein wird.
Der S&P 500 liegt vorbörslich 1,1 % im Minus. Auch hier ist die kleine Erholung der letzten Handelstage verpufft. Der Dow Jones, der von der Rotation aus Tech in traditionelle Werte profitierte, verzeichnet ebenfalls ein vorbörsliches Minus von 0,8 %. Insgesamt deutet alles auf einen sehr schwachen Handelstag in den USA hin.
Auch der **DAX** ist davon betroffen und zeigt ein Minus von knapp einem Prozent, nahe dem Tagestief. Der Versuch, aus dem Abwärtstrend auszubrechen, ist vorerst gescheitert. Die negativen Vorzeichen bei Technologieaktien und die gesuchte Nachfrage nach traditionellen Werten prägen das Bild. Die Sorgen im Markt drehen sich um die Rentabilität von Investitionen und eine mögliche Atempause beim KI-Trend.
Ein besonders spannender Wert heute vor US-Börsenbeginn sind die Zahlen von **Procter & Gamble**, einem der „Super-Werte“, wie sie genannt werden.
Wir beginnen die detaillierte Betrachtung mit **Nokia**. Die Aktie liegt aktuell deutlich im Minus, was aber weniger an den heute Morgen veröffentlichten, sehr guten Zahlen liegt, sondern vielmehr an der allgemeinen Schwäche im Technologiesektor. Nokias Zahlen haben die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen: Der Betriebsgewinn stieg auf 605 Millionen Euro (Vorjahr: 448 Mio.), Analysten hatten nur 453 Mio. erwartet. Der Umsatz legte um 10 % auf 5,15 Milliarden Euro zu, ebenfalls über den Prognosen. Der Gewinn pro Aktie lag bei 9 Cent (erwartet 6-8 Cent), und die operative Marge stieg auf 11,7 %. Der Nettogewinn betrug 156 Millionen Euro (Vorjahr: 80 Mio.).
Die positiven Ergebnisse sind vor allem auf das starke KI- und Cloud-Geschäft zurückzuführen. Die Nachfrage nach Netzwerklösungen für Rechenzentren ist enorm gestiegen, mit einem Umsatzwachstum von 123 % und einem Auftragseingang von 118 %. Die IP- und optischen Netzwerktechnologien sind gefragt. Ein kleiner Wermutstropfen ist der freie Cashflow, der aufgrund eines Sparprogramms und angepasster Kosten in diesem Jahr etwas geringer ausfallen wird.
Trotz der exzellenten Zahlen liegt die Nokia-Aktie heute 4,4 % im Minus und zeigt keine positive Entwicklung in den letzten Handelstagen. Sie befindet sich an einem wichtigen Unterstützungsbereich, dessen Halten entscheidend ist. Sollte dieser nicht halten, drohen weitere Kursverluste bis in den Bereich von 7 bis 7,20 Euro. Dennoch wird Nokia als eine versteckte Perle im KI-Bereich angesehen, die vom Markt langsam als wichtiger KI-Player wahrgenommen wird. Eine Aufnahme in das XXL-Depot wird in Erwägung gezogen.
Thomas hat selbst eine Position mit einem Knock-Out-Schein auf Nokia im Depot, die sich zuletzt im Plus-Minus-Null-Bereich eingependelt hat. Er ist der Meinung, dass sich trotz des aktuellen Abwärtspotenzials eine Positionierung auf diesem Niveau lohnt, insbesondere nach den starken Zahlen und der deutlichen Kurskorrektur der letzten Wochen.
Ein weiterer Wert, der seit Wochen und Monaten unter Druck steht, ist **PayPal**. Die Aktie kommt kaum vom Fleck, klettert aber stetig nach oben. Die frühere Fantasie einer Übernahme ist jedoch verflogen. Es wird diskutiert, ob man sich stattdessen auf die fundamentalen Zahlen und Geschäftsfelder konzentrieren sollte, da die Aktie durchaus Potenzial hat.
Das Thema Übernahme bleibt zwar im Raum und stützt die Aktie, doch täglich darauf zu warten, ist nicht ratsam. Der neue CEO, seit etwa zehn Monaten im Amt, plant eine Umstrukturierung des Unternehmens in drei Kernbereiche. Am 27. Oktober werden frische Zahlen erwartet, die Aufschluss über die operative Entwicklung und den Fortgang des Umbaus geben werden. Ziel ist es, die Sichtbarkeit des Unternehmens zu erhöhen und einen besseren Einblick in die einzelnen Geschäftsbereiche zu ermöglichen.
Obwohl die Aktie nicht nach einem sterbenden Unternehmen aussieht und sich stetig nach oben arbeitet, nähert sie sich wieder dem Hochpunkt, an dem die Übernahmefantasie den Kurs getrieben hat. Operativ scheint sich etwas zu tun, und es gibt Spekulationen über eine mögliche Ausgliederung von Geschäftsbereichen, wie das klassische Zahlungsabwicklungsgeschäft, und eine Fokussierung auf Wenmo oder die Krypto-Sparte mit einem eigenen Stablecoin. Die Bewertungskennzahlen wie das KGV für 2027 und moderate Umsatzzuwächse werden als akzeptabel angesehen, auch wenn die Gewinne dieses Jahr leicht zurückgehen. Für das kommende Jahr und 2027/2028 wird eine bessere Entwicklung erwartet. Die Position im XXL-Depot, die sich aktuell mit 2 % im Minus befindet, wird weiterhin gehalten.
Auf der Website maerkte-und-trends.de besteht für PayPal weiterhin ein aktives Trendsignal seit dem 27. Juli, mit einem Kursplus von 2 % seit dem Einstieg. Ein Sentiment-Signal aus dem August liegt vor, doch eine klare Umsetzung der Signale bleibt abzuwarten.
Als Goodie für die Depoteröffnung bietet XTB aktuell eine Gratisaktie an, darunter eine Porsche-Aktie.
Wir blicken nun auf den deutschen Wohnungsmarkt und **Vonovia**. Es gibt Meldungen über eine Konsolidierung im Immobiliensektor, wie die Nachricht, dass Aroundtown bei LEG einsteigt. Dennoch gibt es Bedenken bezüglich Vonovias Position, insbesondere wegen der Herausforderungen in Berlin und der potenziellen neuen Landesregierung.
Die bestehende Vonovia-Position im Depot liegt aktuell mit 37 % im Minus. Der Kursrückgang ist primär auf die stark gestiegenen Zinsen weltweit zurückzuführen, die Immobilienkonzerne mit hoher Fremdfinanzierung stark belasten. Obwohl die Zinsen wieder rückläufig sind (Zehnjährige Staatsanleihen sind von 5,36 % auf 5,07 % gefallen), leidet Vonovia weiterhin.
Die Konsolidierung im deutschen Immobiliensektor wird sich voraussichtlich fortsetzen. Die stark gefallenen Kurse von Immobilienaktien machen sie nun attraktiv für Investoren. Deutschland gilt als einer der attraktivsten Immobilienstandorte weltweit. Vonovia könnte davon profitieren, insbesondere angesichts des Net Asset Value (NAV) von rund 32,20 Euro pro Aktie, was einem inneren Wert entspricht. Die Aktie handelt derzeit rund 50 % unter diesem Wert. Große Finanzinvestoren könnten dies zum Anlass nehmen, einzusteigen und Anteile zu sichern.
Die Strategie für die Vonovia-Position ist, diese zu verbilligen. Mit einem aktuellen Kursziel von 18,50 bis 19 Euro mittelfristig, würde eine zweite Tranche die Position ins Plus drehen.
Ein weiterer Titel auf der Agenda ist **Nebios**. Die Aktie ist spekulativ und hat in den letzten Tagen deutlich nachgegeben, von über 250 Euro auf Tiefstkurse um 160 Dollar. Diese Korrektur wird jedoch als übertrieben angesehen. Nebios wird fälschlicherweise mit Core Weave in einen Topf geworfen, obwohl Nebios mit einer geringeren Verschuldung und einer hohen Cash-Position von 8 Milliarden US-Dollar deutlich besser dasteht.
Die Panik am Markt wird als übertrieben bewertet. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Rechenkapazitäten wird voraussichtlich weiterhin hoch bleiben, auch in den Jahren 2027 und 2028. Ein Manager von Nebios äußerte sich optimistisch bezüglich der Auslastung der Kapazitäten und einer möglichen Preissteigerung pro Megawatt. Tatsächlich zeigen Auktionen für Rechenkapazität steigende Preise, entgegen der Markterwartung fallender Preise.
Nebios verzeichnet ein starkes Umsatzwachstum, mit einer Versechsfachung in diesem Jahr und Schätzungen, die eine Verfünffachung bis 2030 prognostizieren. Das Unternehmen schreibt zwar noch Verluste, da hohe Investitionen getätigt werden, die Cash-Reserven dürften jedoch ausreichen. Auf EBITDA-Basis werden bereits schwarze Zahlen geschrieben.
Für das XXL-Depot wird ein spekulatives Hebelpapier von UBS mit einem Hebel von fast 2,3 auf Nebios vorgeschlagen. Der Abstand zum Knock-out-Level beträgt 47 %, sodass die Aktie auf rund 90 US-Dollar fallen müsste, damit die Position wertlos wird. Die Wertpapierkennnummer lautet WA1Q3 Paula. Angesichts des volatilen Marktes besteht die Chance auf ein 100 %-Papier.
Abschließend werfen wir einen Blick auf **Amazon**. Die Position im Depot ist ein Discount-Optionsschein. Louis von Märkte und Trends ist weiterhin bullisch für Amazon und sieht ein Kursziel von mindestens 300 US-Dollar. Er betont das starke Cloud-Geschäft und Amazons Rolle als Gewinner im KI-Bereich. Die Investitionen in die Zukunft sind wichtig, auch wenn sie kurzfristig zu einem neg