
DAX Handelstart 08:50 Uhr | Tägliche Handelsideen & Analysen
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Guten Morgen, liebe Zuschauer und willkommen zur Sendung DAXHelstart live aus Frankfurt. Heute sprechen wir mit unseren Marktexperten Christian, Lis und Martin über den Markt.
Lis bewertet die aktuelle Lage seit dieser Woche wieder sehr positiv. Die Unterstützung beim Nasdaq bei knapp 29.000 Punkten hat vorerst gehalten. Nach dem starken Abgabedruck der letzten Woche, insbesondere im Tech-Bereich, gab es am Montag und gestern wieder eine sehr starke Entwicklung. Viele Tech-Einzelaktien konnten kräftig zulegen, was Lis als gutes Signal für die Rückkehr der Käufer wertet. Sie betont jedoch, dass die Märkte noch nicht über den Berg sind und sich in einer Wartestellung befinden, insbesondere vor der heutigen Fed-Zinsentscheidung und anstehenden Quartalszahlen.
Lis verweist auf eine Grafik von Kobisi Letter of X, die zeigt, dass sich der S&P 500 ohne die großen KI-Aktien im Oktober sehr gut entwickelt hat. Dies deutet auf eine Umschichtung hin, bei der auch andere Branchen wieder besser abschneiden können, anstatt dass der Fokus nur auf dem KI-Sektor liegt. Lis sieht darin eine Chance für eine breitere und langfristig stabilere Entwicklung des Aktienmarktes. Sie interpretiert die jüngsten Abschläge im KI-Tech-Bereich als Kaufgelegenheiten und hat bereits Long-Positionen aufgebaut. Für den Nasdaq sieht sie die nächste Unterstützung bei 29.500 Punkten und könnte sich eine Seitwärtsbewegung oder Konsolidierung in diesem Bereich vorstellen, bevor die nächsten Quartalszahlen (Alphabet heute, Amazon morgen) weitere Impulse geben.
Martin bestätigt, dass gestern ein guter Tag war, insbesondere für sein Depot mit Werten wie Tempos AI und Nebius. Der Nasdaq hat die wichtigen Level überschritten, die er als dynamisch für die Long-Seite erachtet hatte. Er merkt an, dass der Markt hart um diese Level gekämpft hat und dann die erwartete Dynamik einsetzte. Aktuell ist der Nasdaq jedoch in den nächsten Widerstandsbereich um 29.800-29.900 Punkte gelaufen, was heute eine Hürde darstellen könnte. Martin führt die positive Entwicklung auf einen "Risk-on"-Tag zurück und erwartet, dass sich dies heute fortsetzt. Positive Nachrichten vom KI-Bereich, wie der Prospekt von Anthropic und die guten Zahlen von SK Hynix, deuten darauf hin, dass der KI-Trade noch lange nicht beendet ist und das "Zyklus-Argument" möglicherweise falsch ist.
Martin äußert jedoch Bedenken bezüglich der Marktbreite. Während der S&P 500 und der gleichgewichtete S&P im Jahresverlauf ähnlich performten, gab es im Oktober eine hohe Dynamik im breiten Markt (RSP), während der marktkapitalisierungsgewichtete S&P seitwärts tendierte. Das Problem ist für Martin der Ölpreis, der heute wieder von 101 auf fast 103 Dollar gestiegen ist. Preise über 100 Dollar könnten Druck auf den breiten Markt ausüben. Er hofft, dass der Ölpreis wieder sinkt, was sein Basisszenario ist. Für den DAX sieht er ein übergeordnetes Bild, das möglicherweise noch weitere Rückgänge bedeuten könnte, es sei denn, der Index steigt über 258 Punkte. Statistisch gesehen ist der 28. Oktober der beste Handelstag des Jahres, und Martin ist gespannt, ob die Fed-Zinsentscheidung diesen Trend bestätigt.
Christian teilt seine Positionierungen mit. Er ist im Nasdaq 100 mit einem Zertifikat positioniert und liegt aktuell mit ca. 9% Buchgewinn vorne. Er betont, dass er auch im Dow Jones mit UJ5 EBF aktiv ist, da es ihm egal ist, ob die Wirtschaft oder Tech-Aktien am Ende dominieren. Seine erste Tranche im Dow Jones dient dazu, einen "Fuß in die Tür" zu bekommen. Er glaubt, dass eine Bestätigung der Zinspause und positive Quartalsergebnisse von Alphabet, Amazon und Apple als Katalysator für eine stärkere Zuwendung zum Aktienmarkt dienen könnten. Er würde auch auf dem aktuellen Niveau noch Nasdaq aufstocken, möchte aber die Quartalszahlen abwarten und plant nächste Woche eine zweite Tranche.
Der erste Einzelwert ist SK Hynix. Martin ist nicht überrascht von den guten Zahlen, obwohl die Analystenerwartungen deutlich übertroffen wurden. Die Aktie hatte im Juli einen starken Abverkauf und eine eher müde Erholung. Die Umsätze stiegen auf knapp 79 Milliarden US-Dollar (erwartet 74,8 Mrd.), ein Anstieg von 328% gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis lag bei 62,8 Milliarden Dollar (erwartet 58,5 Mrd.), ein Anstieg von über 630%. SK Hynix erreichte eine Rekord-Operativmarge von etwa 80% und konnte diese sogar um weitere 3% steigern. Die wichtigste Information aus dem Call ist, dass SK Hynix davon ausgeht, dass das Angebot bis 2030 niedriger sein wird als die Nachfrage. Man hat bereits bis 2029 Umsätze gesichert, darunter 14 neue Langfristverträge mit einer Laufzeit von durchschnittlich fünf Jahren, teilweise ohne Preisobergrenzen, was auf einen Superzyklus hindeutet. Martin sieht die Aktie als "lächerlich billig" bewertet mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 3,3 und erwartet, dass die Kurse wieder Richtung 3 Millionen Won laufen sollten. Seine Positionen auf dem amerikanischen ADR sind noch leicht im Minus, aber er ist zuversichtlich, dass sie ins Plus drehen werden. Er hält auch eine Discount Optionsschein-Position und glaubt, dass die Aktie schnell wieder über 175 Dollar steigen könnte.
Lis spricht über Alphabet, deren Quartalszahlen heute erwartet werden. Die Erwartungen sind hoch: 128 Milliarden US-Dollar Umsatz (Q2: 120 Mrd.), ein Wachstum von ca. 25% gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie soll jedoch nur um 6% wachsen, was auf die enormen Investitionen im KI-Bereich zurückzuführen ist. Anleger werden genau auf weitere Investitionsprognosen und die Ausgaben für 2027 achten. Das Cloudgeschäft ist ein weiterer wichtiger Punkt, mit erwarteten 90% Wachstum. Bank of America rechnet mit knapp 30 Milliarden US-Dollar Cloud-Umsatz. Alphabet profitiert von eigenen TPU-Chips, was die Kosten für KI-Rechenleistung senkt und die Gewinnmargen im Cloudgeschäft steigern dürfte. Auch das Werbegeschäft (Google Search) und die KI-Entwicklung mit Gemini sind entscheidend. Gemini 4 soll deutlich leistungsfähiger sein, insbesondere bei Programmierung und Finanzanalysen.
Charttechnisch hat Lis diese Woche eine Long-Position bei Alphabet eröffnet, da die Unterstützungszone bei 315 US-Dollar erreicht wurde und bisher gehalten hat. Obwohl das Eröffnen einer Position vor Quartalszahlen riskant ist, sieht sie hier starkes Potenzial. Der Optionsmarkt rechnet mit einer Schwankungsbreite von +/- 6% nach den Zahlen. Im Best Case könnte die Aktie schnell 340 US-Dollar erreichen, im Worst Case um 6% fallen. Lis bleibt fundamental sehr positiv gestimmt und hat die Korrektur für ihr Depot genutzt (Knockout-Zertifikat UJ86 WV mit Hebel 2,2). Sie erinnert daran, dass die Aktie nach den letzten Zahlen im Juli sehr stark reagiert hat und hofft auf eine ähnliche dynamische Bewegung.
Christian widmet sich RWE, deren Zahlen am 11. November veröffentlicht werden. Vorab gab es bereits Informationen zu den Stromerzeugungskapazitäten, die der Markt teilweise verarbeitet hat. Der Fokus liegt auf der Investoren- und Analystenkonferenz, die in englischer Sprache abgehalten wird, um internationale Anleger zu erreichen. RWE liegt aktuell im Mittelfeld der DAX-Werte. Christian ist mit einem Discount Optionsschein (MN8T4L) positioniert. Trotz eines zeitweisen Buchverlusts von über 10% hat er die jüngste Kursentwicklung genutzt, um weitere Positionen aufzustocken. Er ist mit der Positionsgröße zufrieden und sieht keine Notwendigkeit für eine vierte Tranche. Eine weitere Tranche würde eine Maximalrendite von 81% einbringen, wenn der Kurs am Stichtag (19.03.) bei 60 Euro oder höher notiert. Christian hält dies für denkbar und realistisch, da RWE eine Year-to-Date Performance von über 27% aufweist und er die Aktie als Kandidat für den Winter sieht. Die Marke um 54-55 Euro hat mehrfach gehalten. Er bleibt positiv für den Wert, auch wenn politische Nackenschläge oder Lieferverzögerungen immer möglich sind.
Martin spricht über die Quartalszahlen der Deutschen Bank, die "ziemlich gut" ausgefallen sind. Er hatte vor den Zahlen Positionen aufgebaut, da der Rücksetzer von 23% in kurzer Zeit übertrieben war, im Gegensatz zu früheren Rückgängen, die durch geopolitische Ereignisse erklärbar waren. Die Erträge stiegen um 3,5% auf 8,34 Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn um 8% auf 2,6 Milliarden Euro, deutlich über den Erwartungen. Insbesondere die Unternehmensbank (743 Mio. Euro Vorsteuergewinn) und das Investment Banking (1,1 Mrd. Euro Vorsteuergewinn) trugen zum Erfolg bei, wobei niedrigere Kreditbelastungen im Investment Banking eine Rolle spielten. Martin gefällt, dass der Bereich Unternehmensbank gegenüber dem volatilen Investment Banking deutlich angewachsen ist. Der Nettogewinn lag bei 1,85 Milliarden Euro, ebenfalls über den Erwartungen. Es war das dritte Rekordquartal in Folge.
Charttechnisch hat die Aktie den 200er gleitenden Durchschnitt von unten getestet, der als starkes Widerstandslevel fungiert. Trotz eines Eröffnungsgaps kommt die Aktie nach dem Anstoßen am 200er etwas zurück. Martins Position ist ein Discount Optionsschein (Basispreis 24 €, Cap 26,70 €) mit einem deutlichen Puffer nach dem Kurssprung. Die Aktie könnte bis Mitte nächsten Jahres um 10% fallen, ohne dass der Maximalgewinn beeinträchtigt würde. Der maximale Gewinn liegt bei 2,50 €. Martins Break-even liegt bei 25,70 €. Er hat es nicht eilig, die Position zu verkaufen, sieht aber gute Chancen, bei einem Vorstoß Richtung 32 Euro einen Teil des Maximalgewinns zu realisieren. Die Deutsche Bank ist im Branchenvergleich (Price to Book) die günstigste Bank. Die Eigenkapitalrendite lag bei 10,6% und soll bis 2028 auf 13% steigen. Die Ertragsprognose