
Wall Street unter Hochspannung: Tech-Crash oder Jahrhundertchance?
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Herzlich willkommen zu Hebelträderseits. Heute ist Donnerstag, der 22. Oktober 2026. Die Erholung bei Tech-Aktien verläuft schleppend, und immer mehr Skeptiker zweifeln an der Nachhaltigkeit und Profitabilität von KI-Investitionen. Wie sollten Anleger agieren? Dazu mehr gleich, ebenso wie zur effektiven Verwaltung eines Optionsscheindepots.
**Allgemeine Marktlage:**
Der **S&P 500** zeigt seit Mai eine flache Aufwärtsbewegung, die jedoch sehr volatil ist. Wichtig ist, oberhalb des Volatilitätsbandes zu bleiben. Ein nachhaltiger Fall unter die untere Linie könnte eine größere Korrektur auslösen, ähnlich wie im Frühjahr 2025. Seit August befindet sich der Index in einer engen Bandbreite von 200 Punkten. Ein Ausbruch nach oben oder unten ist zu erwarten. Diese Seitwärtsbewegung hat die Performance durch sinkende Volatilität beeinträchtigt. Eine größere Bewegung wird in den nächsten vier bis sechs Wochen erwartet. Die Indikatoren drehen langsam auf grün, was ein positives Zeichen für einen Aufwärtsschwung sein könnte. Allerdings ist die Vorbörse am Donnerstagmorgen leicht schwächer.
Der **Nasdaq** zeigt kein gutes Bild. Ein Ausbruch wurde sofort zurückgehandelt, und der Index liegt unterhalb einer wichtigen Linie. Die Erholung ist bisher nicht signifikant. Der Nasdaq Future auf 2-Stunden-Basis zeigt Verkaufssignale in den Indikatoren und im Tradingmodell. Ein Abwärtstrend ist erkennbar, und die Moving Averages zeigen nach unten. Solange der Index nicht über 30.500 Punkte steigt, bleibt die Lage kritisch.
Der **DAX** konnte sich erholen und prallte an der 200-Tage-Linie nach oben ab. Allerdings befindet er sich auf dem Niveau vom Jahresanfang, bisher also wenig Fortschritt. Im 2-Stunden-Chart zeigt sich seit September eine Seitwärtstendenz. Ein Rücksetzer an den US-Börsen dürfte den DAX ebenfalls beeinflussen. Die Indikatoren sind seit drei Tagen positiv bullisch, aber es bleibt abzuwarten, ob der Schwung nach oben genutzt werden kann.
Weitere Indikatoren zeigen ein gemischtes Bild. Die **Advance/Decline-Linie** befindet sich im Bärenmodus, was durch die rot eingefärbte Hintergrundfläche signalisiert wird. Negativ ist, dass der gleitende Durchschnitt über ein halbes Jahr langsam nach unten dreht, was in der Vergangenheit zu mehrmonatigen Korrekturen führte. Es besteht eine negative Divergenz zwischen dem leicht steigenden S&P und der fallenden Advance/Decline-Linie, was auf Korrekturpotenzial hindeutet.
Die **Marktbreite** wird als neutral bewertet. Die Anzahl der Aktien über der 50-Tage-Linie im S&P 500 ist steigend und hat neutrales Niveau erreicht. Beim Nasdaq gibt es leichte Entspannungstendenzen, die sich aber erst halten müssen.
Der **VIX (Volatilitätsindikator)** zeigt ein gemischtes Bild. Es gab einen Anstieg der Volatilität auf über 20% mit anschließendem Rückgang. Der Oszillator hat sich jedoch noch nicht nach unten gedrückt. Solange die Volatilität unter 20% bleibt, ist die Lage unkritisch. Ein Überschreiten der 20%-Grenze würde Alarmglocken läuten lassen.
**Zinsseite:**
Entlastung kommt von der Zinsseite der Staatsanleihen, die zurückgekommen sind. Allerdings liegen die Renditen für 30- und 10-jährige Anleihen immer noch über 5%. Die Renditen für 2-jährige Zinsen haben nach einer kleinen Abwärtskorrektur wieder nach oben gedreht. Der Spread hat sich leicht erhöht. Der Markt preist derzeit drei Zinserhöhungen der Fed ein, was einem Anstieg von 80 Basispunkten entspricht.
Ein kritischer Punkt ist die **extreme Zinsbelastung bei KI-Unternehmen**. Eine Firma, die KI-Rechenleistung bereitstellt, muss ein Viertel ihres Umsatzes für Zinsen aufwenden. Der High-Yield-Spread für Triple-C-geratete Anleihen liegt bei über 13%, was bedeutet, dass Unternehmen 13 Prozentpunkte über dem risikofreien Zins zahlen müssen. Historisch gesehen führten exponentielle Anstiege dieses Spreads (2015, 2020) zu massiven Kursabstürzen. Dies bedeutet, dass Triple-C-geratete Unternehmen Zinsen im Bereich von 15-20% leisten müssen.
Positiv ist, dass die **Corporate Bonds** (bis Triple-B geratet) nur einen Zinsaufschlag von etwa 1% haben. Solange dieser nicht dynamisch steigt, könnte sich die Lage stabilisieren.
Es ist wichtig zu wissen, dass ausländische Investoren in diesem Jahr erstmals mehr in US-Unternehmensanleihen als in US-Staatsanleihen investiert haben. Ein Rückzug dieser Anleger könnte zu einem Credit Crunch bei Unternehmensanleihen führen, was die Aktienkurse deutlich drücken würde. Insgesamt ist die Zinsentwicklung heterogen, und die Corporate Bonds stellen eine Belastung dar.
**Sektoranalyse:**
Der **Energiesektor** ist mit fast 50% Profit seit Jahresanfang der beste Sektor im S&P 500. Empfehlungen in Shell, Exxon, Kindermorgen und BP laufen gut.
Der **Technologiesektor** (XLK) befindet sich im Korrekturmodus, obwohl er immer noch mit über 30% im S&P 500 gewichtet ist.
Der **Healthcare-Sektor** steigt ebenfalls deutlich an und ist ein Favorit.
Auf Monatsicht sind die gleichen Sektoren vorne: Energie (XLE), Gesundheit (XLV) und Basiskonsumgüter (XLP) wie Costco und Walmart.
Die Sektoren **Kommunikation** und **Technologie** (XLK) sind auf Monatsicht im Minus.
Auf 5-Tages-Basis gibt es starke Schwankungen. Der Gesundheitssektor und Energie liegen knapp im Plus. Der Industriesektor und Konsumgüter (Consumer Discretionary), dominiert von Tesla und Amazon, dürften zurückgehen, nachdem Tesla nachgegeben hat.
Die 40 verfolgten ETFs liefern keine neuen Informationen. Seit Jahresanfang dominieren Hightech-Aktien, insbesondere aus dem Bereich Cybersecurity, sowie der Energiesektor. Eine Korrektur ist hier zu beobachten.
**Einzelne ETFs:**
Der **Halbleiter-ETF (SOX)** geht seit Mai seitwärts und hat nach einem misslungenen Ausbruch wieder in den Short-Modus gedreht. Ein Fall unter die Unterstützung könnte zu weiteren Kursrückgängen führen.
Der **DRAM-ETF (Speicher)** befindet sich im Abwärtstrend und hat seit Juni fast 50% verloren. Er ist weiterhin im Verkaufsmodus.
Der **XLK (Technologie-ETF)** hat eine 10%ige Korrektur hinter sich und befindet sich im Short-Modus, knapp unterhalb des GD200 auf 2-Stunden-Basis. Kursrückgänge bei US-Index-Futures könnten den Druck auf den Technologiesektor erhöhen.
Die **Energieaktien** steigen hingegen. Der Ölpreis steigt, und Energieaktien folgen. Dies sieht konstruktiv aus.
**Einzelaktien und Optionsscheine:**
Ein Anleger fragte nach fehlenden Short-Trades. In einem Seitwärtsmarkt sind Short-Trades schwierig und erfordern präzises Timing.
Ein Beispiel für einen Optionsschein: Empfehlung vom 7. Juli, Schein empfohlen bei 0,50 €, erstes Kursziel am 15. Oktober erreicht (nach 3 Monaten). Laufzeit bis 18. Dezember. Nach Regelwerk müsste der Schein vier Wochen vor Laufzeitende verkauft werden, um den Zeitwertverfall zu minimieren. Der Schein hat keinen inneren Wert, nur Zeitwert. Das erste Kursziel wurde erreicht, aber die Aussage, dass 25 von 25 keine Zielkurse erreicht hätten, wird relativiert. Der Schein hat seit der Empfehlung etwa 300% Gewinn erzielt, schwankte aber stark. Es wird empfohlen, Gewinne bei steigenden Kursen mitzunehmen, anstatt auf das zweite Kursziel zu hoffen.
**Umgang mit Kurszielen:**
Es werden immer zwei Kursziele angegeben, basierend auf Wahrscheinlichkeiten, nicht auf Gewissheiten. Es ist ratsam, Gewinne proaktiv mitzunehmen, auch unterhalb des ersten Kursziels.
**Beispiel Deutsche Börse:** Empfehlung vom 14. Juli, Schein bei 0,36 €, Laufzeit bis 18. Dezember. Schein hat sich gut entwickelt, aber mit heftigen Schwankungen. Ein erstes Kursziel bei 208 lag in Reichweite. Es wird empfohlen, Gewinne bei 170-180 zu realisieren, da dies die Performance nicht negativ beeinflusst, sondern Gewinne sichert.
**Beispiel Exxon:** Schein läuft bis 18.12., empfohlen am 15.7. Der Schein liegt gut, aber unterhalb des ersten Kursziels, obwohl die Aktie das Ziel erreicht hat. Unternehmenszahlen stehen bevor, was zu starken Ausschlägen führen kann. Bei über 200% Gewinn und knapper werdender Laufzeit wird empfohlen, Gewinne mitzunehmen.
**Beispiel Shell:** Erstes Kursziel erreicht, Schein weiter gestiegen. Unternehmenszahlen nächste Woche. Empfehlung: Eine Hälfte des verbleibenden Scheins in steigenden Kursen verkaufen, um Gewinne zu sichern.
**Beispiel Visa:** Unternehmenszahlen nächste Woche. Schein lief seit Empfehlung sehr flott, über 200% Gewinn in 10 Tagen. Die Aktie nähert sich dem ersten Kursziel. Bei fast 300% Gewinn wird empfohlen, Teilgewinne zu realisieren.
**Beispiel Biogen:** Aktie gut gelaufen, Biotech-Sektor läuft gut. Nächste Woche Unternehmenszahlen. Hier wird noch kein Handlungsbedarf gesehen, aber Vorsicht ist geboten.
**Beispiel Zürich Versicherung:** Schein gut gelaufen, über 100% Profit. Schweizer Aktien und Versicherungsaktien sind stark, defensive Titel könnten weiter steigen. Saisonalität im 4. Quartal ist bullisch.
**Aktuelle Empfehlung:** Ein Titel aus dem Gesundheitssektor mit über 4€ Aktienkurs und durchschnittlich 34% Profit. Die Aktie hat eine Bodenbildung durchlaufen und könnte nach oben durchbrechen. Das Derivat hat ein Chance-Risiko-Verhältnis von über 15.
**Wichtiger Hinweis:** Nicht starr an Kursziele halten. Proaktiv die Situation prüfen, Aktienkurs und Schein vergleichen und gegebenenfalls Teilgewinne realisieren, besonders wenn das Portfolio in den letzten Wochen Verluste aufwies