
maydornsmeinung: Verzehnfacher im Check!
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Ganz herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Maidons Meinung. Heute werfen wir einen Blick auf den Gesamtmarkt und präsentieren zwei potenzielle Verzehnfacher: einen Aktienwert und eine Kryptowährung. Alfred Meidorn gibt uns Einblicke.
Zu Beginn der Analyse steht der Gesamtmarkt. Ende Oktober gibt es die Möglichkeit einer klassischen Jahresendrally. Die Chancen hierfür sind grundsätzlich gut, auch wenn eine heftige Korrektur im KI-Sektor die Erwartungen gedämpft hat. Zwar haben sich die großen Tech-Werte im S&P 500 relativ gut gehalten, doch die zweite und dritte Reihe, insbesondere Anbieter von Rechenzentren, wurden stark getroffen, mit teilweisen Kursverdopplungen nach unten. Diese Korrektur, so Meidorn, kam aus dem Nichts und basierte auf Ängsten, die wenig mit der Realität zu tun haben. Dennoch glaubt er an einen Weg nach oben, da die Unternehmensgewinne kurzfristig nicht bremsen werden.
Die Quartalsberichte für das dritte Quartal sind sehr gut angelaufen und dürften den Markt stützen, möglicherweise sogar noch im Oktober zu neuen Jahreshochs führen. Eine Grafik zeigt, dass von den bisher 160 veröffentlichten Quartalszahlen im S&P 500 (von insgesamt 500 Unternehmen) beeindruckende 85% die Gewinnprognosen übertroffen haben. Dies ist ein außergewöhnlich hoher Wert. Noch bemerkenswerter ist, dass viele Unternehmen nicht nur die Prognosen übertroffen, sondern auch ihren Ausblick angehoben haben. Die Grafik verdeutlicht dies: Blau steht für übertroffene Erwartungen und angehobene Prognosen (Beat and Raise), Grün für übertroffene Erwartungen, und der Graubereich repräsentiert die noch ausstehenden Berichte. Ein Großteil der Unternehmen wird in den nächsten drei Wochen berichten. Es wird ein Gewinnwachstum von fast, wahrscheinlich sogar über 30% für den S&P 500 erwartet, was das zweite oder vierte Quartal in Folge mit einem Wachstum von über 20% übertreffen würde.
Eine weitere Grafik zeigt die Aufteilung, welche Unternehmen das Gewinnwachstum im dritten Quartal treiben. Der absolute Spitzenreiter ist das Gewinnwachstum von 29,7%. Den größten Anteil daran haben Micron und Nvidia, wobei Micron sogar etwas stärker wächst als Nvidia. Viele weitere Technologieunternehmen tragen ebenfalls bei. Am unteren Ende finden sich 132 Unternehmen mit schrumpfenden Gewinnen, deren negativer Einfluss jedoch durch die stark wachsenden Unternehmen mehr als kompensiert wird.
Eine der größten Sorgen am Markt sind die Zinsen. Die zehnjährigen Renditen in den USA sind stark gestiegen, teilweise bis auf 5,3%, und liegen aktuell bei etwa 5%. Entscheidend ist die heutige Entscheidung der Notenbank bezüglich einer möglichen Zinsanhebung. Mit einer Zinssenkung rechnet niemand. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung liegt laut Prognoseplattformen nur noch bei 5%, am Markt unter 10%. Eine Anhebung wäre eine negative Überraschung. Für die letzte Zinssitzung des Jahres im Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Anhebung noch bei 70%. Dennoch macht sich eine gewisse Entspannung am Zinsmarkt breit, was für die Aktienmärkte wichtig ist. Während steigende Zinsen schlecht für Aktien sind, scheint sich die Situation nun zu verbessern: Hohes Gewinnwachstum trifft auf moderatere Zinssteigerungen, und die Zinsen scheinen sogar wieder zurückzukommen.
Nun zu den potenziellen Aktienverzehnfachen, beginnend mit **Nebius**, einem Cloud-Anbieter, der zuletzt wegen Finanzierungsfragen unter Druck geriet. Diese Sorgen, ausgelöst durch Berichte über die Finanzierung von Rechenzentren, haben Nebius von einem Höchststand von fast 300 US-Dollar auf 150 US-Dollar fallen lassen. Andere Anbieter haben sich im gleichen Zeitraum halbiert. Die Ängste drehten sich darum, dass Rechenzentren zu teuer seien oder dass fallende Preise ein Problem für Unternehmen mit hoher Verschuldung darstellen würden.
Meidorn entkräftet diese Sorgen für Nebius: Das Unternehmen hat nur geringe direkte Schulden (unter 10 Milliarden US-Dollar) und verfügt über 8 Milliarden US-Dollar an Barmitteln. Ein Großteil der Rechenzentren wird von den Kunden vorfinanziert. Zudem hat Nebius kürzlich eine neue Kreditlinie der City zu sehr guten Konditionen (5-7% Zinsen) erhalten.
Das Entscheidende, wie eine Grafik zeigt, ist die Nachfrage. Entgegen der Befürchtung eines Nachfragerückgangs, stellen Aussagen von Branchenexperten fest, dass die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Jensen Huang, der Chef von Nvidia, beschreibt die Nachfrage nach Cloud-Diensten als "off the charts", also außergewöhnlich hoch. Er betont, dass die Nachfrage das Wichtigste ist und Finanzierung sowie Zeithorizonte sich von selbst regeln. Solange die Nachfrage besteht, können andere Probleme gelöst werden. Bei extrem gestiegenen Preisen für Rechenleistung können Unternehmen auch höhere Zinsen von 1-3% leichter verkraften. Die Nachfrage ist definitiv vorhanden und wird von allen Seiten bestätigt.
Anbieter von Rechenzentren stehen laut Meidorn vor einem extrem guten Geschäft. Nebius hat volle Auftragsbücher und hat die Preise in diesem Jahr mehrfach angehoben. Aktuell hat das Unternehmen rund 1 Gigawatt (GW) am Netz, aber bereits Verträge oder Vorverträge für insgesamt 5 GW bis 2030. Dies bedeutet einen geplanten Ausbau von etwa 1 GW pro Jahr, der bei gutem Verlauf sogar auf 1,5 bis 2 GW pro Jahr ansteigen könnte.
Die Preise für Rechenleistung sind dramatisch gestiegen. Während im Vorjahr pro Megawatt (MW) Mieteinnahmen von 10-15 Millionen US-Dollar erzielt wurden, liegen die Einnahmen in neuen, langfristigen Verträgen bei 20-25 Millionen US-Dollar pro MW. Kurzfristige Verträge für sofort benötigte Rechenleistung bringen sogar 40-50 Millionen US-Dollar pro MW. Dieser Preisanstieg wird durch die gestiegene Nachfrage verursacht. Ein Nachfragerückgang in den nächsten zwei bis drei Jahren ist unwahrscheinlich, da die Rechenleistung durch die verstärkte Nutzung von Agenten, die immer mehr Daten verarbeiten, weiter steigen wird. Die Preise der Token werden zwar fallen, aber die Nachfrage wird dies mehr als überkompensieren.
Eine Grafik zeigt die Nachfrage (grün) nach Rechenleistung und das Angebot (grau). Das Problem liegt darin, dass bei einem starken Anstieg der Nachfrage nach Rechenleistung, das Angebot an physischen Komponenten wie Chips, Kabeln und optischen Kompositen nicht schnell genug erhöht werden kann. Dies ist keine Software, die sich schnell skalieren lässt, sondern muss gebaut werden. Daher werden die Preise hoch bleiben, da das Angebot nicht mit der Nachfrage mithalten kann.
Die Rechnung für Nebius ist einfach: Bei 5000 MW (5 GW) Rechenleistung bis 2030 und einem angenommenen Preis von 25 Millionen US-Dollar pro MW ergibt sich ein Wert von 125 Milliarden US-Dollar. Diese 25 Millionen US-Dollar könnten sogar noch steigen. Bei einer angenommenen EBIT-Marge von 50% und einer Nettomarge von 25% auf 125 Milliarden US-Dollar Umsatz ergibt sich ein Nettoeinkommen von 31 Milliarden US-Dollar.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 30 käme man auf einen Börsenwert von 940 Milliarden US-Dollar. Berücksichtigt man eine mögliche Verwässerung durch weitere Kapitalbeschaffung zur Finanzierung der Rechenzentren (angenommen 25% mehr Aktien), ergibt sich ein fairer Börsenwert im Jahr 2030 von etwa 1000 US-Dollar pro Aktie. Selbst bei einem KGV von 25 wären dies über 800 US-Dollar pro Aktie. Aktuell liegt Nebius bei etwa 170 US-Dollar, was immer noch eine mehr als Verzehnfachung bis 2030 bedeutet. Dies basiert auf dem aktuellen Status Quo, ohne weitere Preissteigerungen, höhere Mietpreise oder Effizienzgewinne.
Eine interessante Entwicklung ist die kürzliche Übernahme von Infer, einem israelischen Technologieunternehmen, das die Effizienz von Rechenzentren steigert, indem es die Anfahrzeit der Chips verkürzt und somit den Durchsatz pro GPU erhöht. Dies könnte das Verdienstpotenzial weiter steigern.
Abschließend sieht Meidorn Nebius als einen der großen Favoriten für eine Verzehnfachung, mit handfesten Argumenten dafür.
Nun zur zweiten potenziellen Verzehnfachung: der Kryptowährung **Solana**. Der Hauptvorteil von Solana liegt in seiner extrem hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit, die die Blockchain sehr gut für Transaktionen, insbesondere für tokenisierte Aktien und andere Token, geeignet macht. Alles kann tokenisiert werden, von Gemälden über Immobilien bis hin zu Fahrzeugen. Aktien und festverzinsliche Wertpapiere sind dabei der spannendste Markt.
Solana verarbeitet auch viele Stablecoins, und die Nutzerzahlen von Stablecoins auf der Solana-Blockchain sind in den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen. Dramatischer ist die Entwicklung bei den Aktien-Token. In den letzten Monaten ist die Zahl der Anleger, die ihre Aktien auf der Solana-Blockchain als Token halten, sprunghaft angestiegen. Dieser Trend gewinnt gerade erst an Fahrt, da der Tokenhandel mit Aktien in den USA erst vor wenigen Wochen genehmigt wurde.
Im Bereich der tokenisierten Aktien hält Solana mit 34% einen Spitzenplatz, gefolgt von Robin Hood (23%) und Ethereum. Solana hat Anfang letzter Woche ein neues Update namens "Alpenglow" veröffentlicht. Zuvor lag die Bestätigungszeit für Transaktionen bei 12,8 Sekunden. Mit dem neuen Upgrade wurde diese Zeit auf 100-150 Millisekunden gesenkt, was einer Bestätigung im "Augenzwinkern" entspricht. Im Vergleich dazu benötigt Ethereum immer noch 12 Sekunden und Bitcoin sogar 60 Minuten zur Bestätigung, was für viele Anwendungen ungeeignet ist. Solana ist somit extrem schnell und gut positioniert, um zur Basiswährung für den Tokenhandel zu werden.
Darüber hinaus wird Solana auch von vielen Entwicklern genutzt. Nach dem Alpenglow-Upgrade verzeichnete die Solana-Blockchain in den letzten 24 Stunden einen Zuwachs von 230 Millionen US-Dollar im Handelsvolumen und Marktwert, deutlich mehr als die Konkurrenz. Das Update bringt somit sichtlich "Glow" in Solana. Kursmäßig hat Solana, wie viele Kryptowerte, unter dem schwachen Markttrend gelitten. Früher erreichte Solana Kurse von 250 US-Dollar,