
Märkte am Morgen: Öl, Bitcoin, Meta, Walmart, Vonovia, BASF, Evonik, Telekom, SAP, Deutsche Bank
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Guten Morgen zur Märkte am Morgen und zum Start in eine ereignisreiche Woche, die von Quartalszahlen und Notenbanksitzungen geprägt sein wird. Große Unternehmen wie Microsoft und die Deutsche Bank werden ihre Bücher öffnen. Zudem stehen die Sitzungen der amerikanischen Notenbank am Mittwoch, der EZB am Donnerstag und der Zentralbank Japans am Freitag an. Für Mittwoch wird mehrheitlich erwartet, dass die Zinsen auf dem aktuellen Niveau bleiben, wobei es hierzu auch abweichende Meinungen gibt.
Zuletzt standen die Börsen unter dem Eindruck der wieder steigenden Ölpreise. Brent stieg in der vergangenen Woche rasant an, was zeigt, dass die Ruhe und die Kursverluste, die wir ab September sahen, trügerisch waren und lediglich eine Konsolidierung darstellten. An der Gesamtsituation hat sich nichts geändert, und das setzt die Preise weiterhin unter Druck. Heute Morgen sind die Ölpreise zunächst schwächer, mit einem Minus von etwa 2-3% bei Brent. Es wird oft gesagt, Anleger sollten sich der Situation annehmen, doch dies ist ein Trugschluss. Die Nachfrage bleibt sehr hoch, und solange keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen werden, um die Krise zu beheben, steigen die Preise. Die Hochs rücken in Sichtweite und könnten diese Woche erreicht werden, wenn nichts Unerwartetes passiert. Die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA setzen den US-Präsidenten unter Druck, da bisher keine seiner Maßnahmen zur Senkung der Sprit- und Dieselpreise funktioniert haben.
Der Bitcoin ist unter die 80.000-Dollar-Marke gerutscht. Obwohl dies auf den ersten Blick nicht dramatisch erscheint, da der Kurs in der Vergangenheit um diese Marke pendelte, ohne große Impulse zu setzen, ist das Unterschreiten einer so runden Marke doch ein Signal für aufkommende Sorgen.
Der Nasdaq stand in der vergangenen Woche stark unter Druck, insbesondere aufgrund der Schwäche im Bereich KI- und Halbleiterchips. Speicherchips haben in der letzten Woche abgegeben, und die Neoclouds verloren, da Bedenken aufkamen, dass sich die hohen Ausgaben nicht rechtfertigen und tragen werden. Auch Meta trug dazu bei, obwohl man dachte, sie hätten ihre Investitionen im Griff. Die Anleger sahen hier jedoch zu viel des Guten und schickten die Aktie auf Talfahrt. Es zeigt, wie sich die Zeiten ändern: Vor nicht allzu langer Zeit konnten Investitionen gar nicht hoch genug sein.
Einige interessante Unternehmen stehen diese Woche im Fokus. Verizon wird heute vielleicht interessant, auch im Kontext der SpaceX-Mobilfunk-Initiative. Robinhood dürfte gute Geschäfte gemacht haben, angesichts der starken Marktschwankungen und der Entwicklung des Bitcoins. PayPal, Microsoft und Alphabet sind die Headliner der Woche. Aber auch kleinere Unternehmen wie T-Mobile US, die zuletzt stark im Fokus standen, oder Sandisk, die versuchen könnten, Verluste aufzuholen, wenn die Nachfrage nach Speicherchips anhält, sind zu beachten. Intel und Amazon sind ebenfalls dabei.
Die Aktie von Meta hat nicht funktioniert und ist stark unter Druck geraten. Positiv ist, dass die 200-Tage-Linie gehalten hat und sich am Freitag eine gewisse Stabilität abzeichnete. Technisch gesehen ist es interessant, dass die Kurslücke von Anfang September geschlossen wird. Das Chartbild ist momentan etwas unübersichtlich, und Anleger suchen nach Stabilitätspunkten.
Bei Walmart gibt es diese Unsicherheit nicht, denn die inflationären Tendenzen in den USA halten an. Besonders die Farmer und Haushalte, die sich die Kosten kaum leisten können, stehen unter Druck. Ihnen werden Subventionen und billigerer Diesel versprochen, doch bis dahin müssen sie kräftig draufzahlen. Die Haushalte müssen entscheiden, ob das Geld in den Tank, in Lebensmittel oder in die Gesundheitsvorsorge fließt. Dies ist die Stunde der Discounter und Supermärkte. Walmart hat in vergangenen Krisen gezeigt, dass sie erfolgreich sein können, aber Unternehmen wie Dollar Tree oder Dollar General sind mit ihrer extrem niedrigen Kalkulation die eigentlichen Gewinner in diesem Bereich.
Der DAX zeigt wenig Bewegung und befindet sich in einer Seitwärtsbewegung. Wir nähern uns wieder der 25.000-Punkte-Marke. Da die Futures in der Vorbörse stabil notieren, könnte der DAX dieses Niveau verteidigen und einen ruhigen Tag erleben, bevor die Quartalszahlen hereinbrechen.
Der Sturm bricht über Vonovia herein. Einerseits sind die Zinsentscheidungen der EZB für Immobilienunternehmen entscheidend. Andererseits steht die Diskussion im Raum, wie man an die Wohnungen von Vonovia herankommen könnte. Es ist bezeichnend, dass die Regierung es nicht schafft, das seit Jahrzehnten bestehende Problem des bezahlbaren Wohnraums zu lösen. Stattdessen werden Enteignungen oder ein staatlicher Einstieg bei Vonovia diskutiert. Die Idee, dass der Staat einsteigt, ist fragwürdig, da der Staat in der Vergangenheit nicht immer ein erfolgreicher Anteilseigner war, wie Beispiele wie die Deutsche Telekom oder die Commerzbank zeigen. Diese Diskussion ist aus meiner persönlichen Sicht komplett falsch. Die Aktie von Vonovia liegt am Boden, und man könnte überlegen, ob sich ein Zock lohnt, in der Hoffnung, dass sich die Probleme in Luft auflösen oder eine Prämie gezahlt wird, sollte es zur Enteignung kommen.
BASF war zuletzt gut unterwegs, die Nachfrage ist da, und das Wirtschaftsumfeld ist möglicherweise besser, als man es wahrnimmt. Der Versuch von BASF, sich informell an Evonik heranzupirschen, begrenzt momentan den Kurs, da Anleger darauf warten, dass BASF ein höheres Angebot macht. Medienberichten zufolge soll ein Gebot von 24 Euro vorliegen, nachdem zuvor 22,50 Euro geboten wurden. Evonik sieht sich jedoch nicht als Teil von BASF. Aus Mitarbeitersicht könnte ein Zusammenschluss jedoch interessant sein, da BASF Zugeständnisse für Standorte und Kündigungsschutz gemacht hat. Ein größerer und schlagkräftigerer Konzern im Weltverbund wäre die Folge. Wir werden dies weiterhin im Auge behalten.
Die Deutsche Telekom war zuletzt sehr schwach unterwegs, was mit T-Mobile US zusammenhängt. Obwohl deren Geschäfte gut laufen, greifen SpaceX und Elon Musk an und wollen ein viertes Mobilfunknetz in den USA aufbauen, mit dem Ziel, 80.000 Mobilfunkmasten zu errichten. Der Schritt zur eigenen Hardware-Produktion wäre dann nicht mehr weit. Elon Musk hat bewiesen, dass er keine Probleme hat, Kapital zu beschaffen, wie der Kauf von KI-Chips für Milliarden zeigt. Investoren wissen, dass Musk seine Ziele verfolgt. Dies setzt T-Mobile, Verizon und AT&T unter Druck.
SAP beeindruckt mit guten Zahlen: über 25%, genauer gesagt 28% Cloud-Wachstum. Der Kurs hat sich erholt und ist auf dem Niveau von Februar, ja sogar Januar, angekommen. Das "Tal der Tränen" ist abgearbeitet, und die Erkenntnis setzt sich durch, dass es am Ende doch nicht so schlimm wird, wie es zunächst aussah.
Die Deutsche Bank wird am Mittwoch ihre Quartalszahlen vorlegen. Man hofft auf eine positive Entwicklung, nachdem im zweiten Quartal ein Vorsteuergewinn von 2,7 Milliarden Euro erzielt wurde. Bankaktien stehen momentan jedoch unter Druck. Zunächst wurde argumentiert, steigende Zinsen würden den Banken mehr Geschäft bringen. Doch seit einigen Wochen wächst die Sorge, dass die Zinsen die Wirtschaft dämpfen und die Privathaushalte weniger konsumieren könnten, was sich negativ auf die Bilanzen auswirken würde. Dies betrifft nicht nur die Deutsche Bank, sondern auch US-Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan, die zuletzt mehr oder weniger gute Zahlen gemeldet haben.
Insgesamt erwartet uns eine bewegte Woche mit vielen Themen, die diskutiert und eingeordnet werden müssen. Heute Nachmittag beginnt die Opening Bell mit den jüngsten Zahlen und der Eröffnungstendenz für die New Yorker Börse.