
DAX Handelstart 08:50 Uhr | Tägliche Handelsideen & Analysen
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Die Sendung „DAX Start“ aus Frankfurt beleuchtet die aktuelle Marktlage, insbesondere den Rückgang im Technologiesektor, den Goldpreis und die Performance einzelner Aktien wie Ixtron, Bayer, Palantir, Amazon und Circle Internet Group.
Martin analysiert den Tech-Abverkauf am Freitag, der die Woche für Tech-Werte negativ abschloss. Er verweist auf einen bärischen Reversal Bar am Mittwoch, der eine deutliche Kehrtwende im Markt signalisierte, als die Marktteilnehmer zunächst dynamisch die Oberseite spielten, aber dann eine große Trendwende innerhalb des Tages sahen. Dies führte zu einem langen oberen Docht und einem Schlusskurs unter dem Eröffnungskurs. Dies deutete darauf hin, dass die Tiefs bei 288-289 Punkten erneut angelaufen werden könnten. Der Nasdaq hat einen Rücksetzer von 10 % erlebt, was Martin als übertrieben, aber im Rahmen der üblichen Korrekturen ansieht, da der 200-Tage-Durchschnitt getestet wurde. Dies geschah bereits einmal in diesem Jahr, mit einem 12 %-Rückgang von Mitte Juni bis Ende Juli. Die aktuelle Geschwindigkeit und die Entkopplung vom Gesamtmarkt sind jedoch bemerkenswert. Im Vergleich dazu verlor der S&P 500 nur 4 %, und der gleichgewichtete S&P 500 (RSP) erreichte sogar neue Hochs.
Die Schwäche im Tech-Sektor wird hauptsächlich auf Hedgefonds zurückgeführt, die ihre Positionen extrem reduziert haben, was als extremstes Deleveraging seit Corona beschrieben wird. Dies hängt auch damit zusammen, dass die CAPEX-Ausgaben der Hyperscaler nicht mehr durch den freien Cashflow gedeckt werden, wodurch viele Unternehmen, außer Microsoft, Free-Cashflow-negativ sind. Dies macht sie für Investoren, die nach dem Kriterium "Price to Free Cashflow" bewerten, unattraktiv. Martin sieht die aktuelle Korrektur als eine gesunde Bewegung innerhalb eines laufenden Trends und erwartet eine Fortsetzung des Trends, anstatt einen dynamischen Bruch unter den 200-Tage-Durchschnitt. Statistisch gesehen folgten auf solche extremen Abverkaufstage im Tech-Bereich oft positive Bewegungen in den nächsten Tagen und Wochen. Innerhalb von zwei Wochen lag der Median 5 % höher, innerhalb eines Monats 7 % höher. Dennoch müssen aufgrund der Midterms in dieser Woche weiterhin hohe Volatilität und mögliche weitere Risikopositionen berücksichtigt werden, insbesondere wenn die Demokraten beide Kammern gewinnen sollten.
Lis ergänzt, dass der Oktober für Tech- und KI-Werte ein "Flop-Monat" war, mit einem Verlust von rund 5 % im Nasdaq. Die kurzfristige Unterstützung bei knapp 29.000 Punkten wurde unterschritten, was im positiven Szenario schnell zurückerobert werden sollte, um eine Erholung zu ermöglichen. Im negativen Szenario könnten die 27.000 Punkte, das Julitief, erneut eine Rolle spielen. Der November ist statistisch gesehen ein guter Monat, aber Unsicherheitsfaktoren wie die Lage im Nahen Osten und der Ölpreis bleiben bestehen. Der S&P 500 zeigte jedoch eine Sektorrotation, bei der defensive Werte wie Gesundheits- und Konsumgüter sowie die Energiebranche im Oktober stark zulegten, während Tech-Werte abgestraft wurden. Lis bewertet dies als gesund und als Zeichen dafür, dass der breite Markt sich erholen kann, was langfristig ein gesünderes Aufwärtspotenzial bedeutet. Er bleibt optimistisch und sieht die starken Rücksetzer als gute Einstiegszeitpunkte.
Samir stimmt zu, dass die letzten Tage für Unruhe sorgten und die Frage nach einem möglichen Boden aufwirft. Der November ist historisch gesehen einer der stärksten Monate, und die Statistik zeigt nach den Midterms oft robuste Märkte mit durchschnittlich 16 % höheren Kursen in den folgenden Monaten. Die Korrektur im Nasdaq von 10 % ist eine „vernünftige Konsolidierung“, da die Chipwerte zuvor stark gestiegen waren und eine Kurskorrektur legitim ist. Er betont, dass die Börse langfristig keine Einbahnstraße ist und Korrekturen dazugehören. Der Trend der Indizes ist nach wie vor intakt, und die aktuelle Bewegung wird als gesunde Korrektur bewertet, die sich auf einem Niveau befindet, auf dem sich die Märkte in der Regel erholen. Die Handelswoche wird entscheidend sein, ob eine kräftigere Erholung einsetzt. Samir ist überrascht über den starken Rücksetzer am Donnerstag, sieht aber keine grundlegende Änderung des Gesamtmarktbildes. Er glaubt, dass die Märkte überverkauft sind und eine Gegenbewegung wahrscheinlich ist. Die Liquidität wird nach neuen Chancen suchen, und defensive Werte sowie stark korrigierte Aktien wie Adidas, Puma und Nike zeigen bereits eine gewisse Rotation. Er rät dazu, den Chipmarkt und die dazugehörigen Branchen genau zu beobachten und sieht in den stark gefallenen Aktien wie Intel, die sich halbiert hat, potenziell gute Einstiegsmöglichkeiten, wenn die Qualität der Unternehmen unverändert bleibt.
Lis analysiert den Goldpreis, der im Oktober einen Rückgang von fast 7 % verzeichnete, allein am Freitag über 3 %. Die Marke von 4.000 US-Dollar wurde durchbrochen, was den tiefsten Stand seit etwa einem Jahr darstellt. Gold als sicherer Hafen funktioniert in den letzten Monaten nicht mehr so stark, belastet durch geopolitische Konflikte, hohe Renditen und den starken US-Dollar. Eine schnelle Rückeroberung der 4.000 US-Dollar ist wichtig. Die hohen Zinsen und Renditen, obwohl kurzfristig gesunken, bleiben ein kritischer Faktor. Der US-Dollar Index über 100 Punkte erschwert es Gold, sich zu erholen. Die jüngsten PCE-Daten und das BIP-Wachstum in den USA bestätigen eine hartnäckige Inflation und ein robustes Wirtschaftswachstum, was die Zinserhöhungen der Fed rechtfertigt und Gold belastet. Wichtige Arbeitsmarktdaten diese Woche werden weitere Hinweise geben. Lis weist auf Nettoabflüsse von rund 2 Milliarden US-Dollar aus Gold-ETFs im Oktober hin, was die Reduzierung von Goldpositionen durch Anleger verdeutlicht. Seine eigene Discount Optionsschein-Position auf Gold (MM5VJ4) ist stark unter Wasser, aber er bleibt aufgrund des saisonalen Effekts im letzten Quartal optimistisch, zumindest den Basispreis von 4.100 US-Dollar zu erreichen.
Martin beleuchtet die Ixtron-Aktie, die sich trotz des Tech-Crashs gut gehalten hat, was er auf die geringere Beteiligung amerikanischer Hedgefonds an deutschen Aktien zurückführt. Ixtron hat vom Hoch etwa 55 % korrigiert, was Martin als Einstiegsgelegenheit nutzte, um einen Discount Optionsschein (MR7 RVC) mit einem Basispreis von 29 Euro und einem Cap von 34 Euro zu eröffnen. Die Quartalszahlen waren sehr dynamisch, mit einem Umsatzanstieg von 54 % im dritten Quartal. Ixtron profitierte von der Erwartung, dass die CAPEX-Ausgaben für KI-Infrastruktur bis 2030 auf 2 Billionen US-Dollar steigen werden. Der Bereich Optical Interconnects (Optoelektronik) wächst besonders stark und ist zum größten Geschäftsbereich geworden. Der Free Cashflow und das EBIT haben sich deutlich verbessert, und der Auftragseingang ist sehr dynamisch. Martin sieht Ixtron fundamental gut aufgestellt und den Kurs als weit abgeschlagen, was eine gute mittelfristige Chance bietet, auf eine Wende zu setzen.
Martin geht auf die Quartalszahlen von Palantir ein, die heute nachbörslich veröffentlicht werden. Aufgrund des starken Abverkaufs im Tech-Bereich am Wochenende und der hohen Bewertung der Aktie (KGV von fast 100 für die nächsten 12 Monate) sah er sich gezwungen, seine gehebelte Long-Position zu schließen, um Risiken zu minimieren. Palantir hatte einen Fehlausbruch auf Wochenbasis und verlor am Freitag 8 %, insgesamt 15 % vom Hoch. Obwohl Palantir fundamental stark ist, mit einer "Rule of 40" von 155 (bereinigte operative Marge von 65 % plus Umsatzwachstum von 95 %) und starkem Wachstum im US-Umsatz (+115 %) sowie im Commercial-Bereich (+150 %), sind die hohen Erwartungen und die damit verbundene Sensibilität gegenüber Enttäuschungen ein Risiko. Analysten wie City Group haben zwar das Kursziel angehoben und erwarten ein stärkeres Wachstum, insbesondere durch das Abklingen der Belastungen durch das Department of Government Efficiency. Martin erwartet ein Top-Quartal, aber die Marktstimmung könnte bei einem schwächeren Ausblick negativ reagieren. Er würde die Position bei guten Zahlen und einem Kurs über 200 US-Dollar wieder aufbauen, hat aber vorerst einen Verlust von 33 % auf der Position realisiert.
Louis beleuchtet die Amazon-Aktie, die nach den Quartalszahlen am Donnerstag zunächst stark nachgab (über 10 % nachbörslich), aber am Freitag wieder Käufer fand und eine Aufholjagd startete. Er hält die anfängliche Korrektur für berechtigt, aber übertrieben, da die Zahlen, insbesondere im Cloud-Bereich (AWS), sehr beeindruckend waren. Das operative Ergebnis stieg um über 60 %, die operative Gewinnmarge erreichte mit knapp 14 % einen Rekordwert. AWS zeigte das stärkste Wachstum seit fünf Jahren (+39 % Umsatz), und das Management ist sehr optimistisch, mit einer Prognose von über 40 % jährlichem AWS-Umsatzwachstum bis 2027/2028. Louis bleibt positiv gestimmt und sieht die Unterstützung bei 225-230 US-Dollar als mögliche Zone für eine zweite Tranche seiner Discount Optionsschein-Strategie (UQ7 KND). Er ist bereits positioniert und sieht ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis. Sein Kursziel liegt bei mindestens 300 US-Dollar, obwohl für die maximale Rendite von 144 % seines Optionsscheins ein Cap von 260 US-Dollar bis zum 18. Dezember ausreichen würde. Er betont, dass die Fundamentaldaten mit AWS weiterhin sehr positiv sind und dass Robotik in der Logistik die Kosten senken und Amazon profitabler machen könnte.
Christian gibt ein Update zur Circle Internet Group, deren Quartalszahlen am Mittwoch vor US-Börsenschluss erwartet werden. Die Aktie gab am Freitag ab und fiel unter 72 US-Dollar. Er verweist auf den Hackerangriff auf Binance, bei dem 1,1 Milliarden US-Dollar in US-Stablecoins eingefroren wurden. Wenn sich herausstellt, dass die Verluste ausgeglichen werden können, könnte dies positiv für Binance und Circle Internet Group sein. Er zieht Parallelen zu Crowdstrike, die nach einer