
DAX-Check LIVE: Evonik, MTU Aero Engines, Munich Re, Nordex, Vonovia im Fokus
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Hallo und herzlich willkommen zum DAXcheck am Montag. Nach einem unter Druck geratenen Freitag, beeinflusst von gestiegenen Ölpreisen und Sorgen um hohe KI-Investitionen, schloss der DAX zuletzt bei 25.182 Zählern. Die Indikationen deuteten jedoch bereits auf ein leichtes Plus zum Handelsstart hin.
Ein Blick auf den Chart zeigt, dass sich der DAX seit Wochen in einer Seitwärtsrange zwischen 25.000 und 25.750 Zählern bewegt. Trotz kräftiger Ausschläge und hoher Unsicherheit bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt, und der DAX notiert weiterhin über der 200-Tage-Linie. Ein nachhaltiger Sprung über die 50-Tage-Linie wäre wichtig, um mittelfristig die 26.000-Zähler-Marke anzupeilen. Hierfür sind stärkere Tech-Aktien an der Wall Street und Impulse durch die Berichtssaison entscheidend.
Im frühen Handel zeigen sich an der DAX-Spitze Bayer nach neuen Studiendaten und Immobilienaktien wie Vonovia mit einem Plus von 1,1%. Top-Verlierer ist BASF. Im MDAX führt Around, ebenfalls eine Immobilienaktie, während Rational, Wacker Chemie und Talance Verluste verzeichnen. Im SDAX sticht die zuletzt schwer gebeutelte Aktie von Asta hervor, sowie Foslo, die trotz gesenkter Prognose stabil reagiert hat.
Die ersten Kurse bestätigen den erwarteten höheren Start, mit einem Plus von 0,15% über 25.200 Zählern, was eine erste Stabilisierung nach den Verlusten vom vergangenen Donnerstag und Freitag darstellt.
Nun zu den Einzelwerten:
**BASF und Evonik:** BASF ist heute Schlusslicht im DAX, nachdem der Konzern am Freitag bekannt gab, die Offerte für Evonik auf rund 24 Euro zu erhöhen, was einer Bewertung von etwa 11 Milliarden Euro entspricht. Bisher hatte man laut Medienberichten 22,15 Euro geboten. Es bleiben jedoch Herausforderungen: Die RAG-Stiftung, Großaktionär von Evonik mit etwa 43% der Anteile, muss überzeugt werden, da sie Kapital für die Ewigkeitskosten des Steinkohlebergbaus benötigt. Zudem gibt es politische Fragen bezüglich der Arbeitsplätze in der deutschen Chemieindustrie. Der aktuelle Evonik-Kurs von 21,20 Euro, deutlich unter dem Übernahmepreis von 24 Euro, zeigt, dass viele Anleger noch nicht an den Erfolg der Übernahme zu diesem Preis glauben. Für Evonik bleiben wir grundsätzlich positiv gestimmt, der Trend ist intakt, und die Übernahmefantasie bietet Potenzial. Ein Stopp bei 16 Euro sollte beachtet werden. BASF ist weiterhin eine solide Halteposition.
**MTU:** Die MTU-Aktie geriet am Freitag deutlich unter Druck und verlor über 4%, rutschte dabei unter den Stoppkurs von 315 Euro. Dies hängt mit den Zahlen des Wettbewerbers Safron zusammen, deren Aktien an der französischen Börse noch stärker fielen. Obwohl Safrons absolute Zahlen stark waren, wurden die unveränderten Ziele für das laufende Jahr und höhere Investitionen kritisiert, die den Cashflow belasten. Der Cashflow ist auch bei MTU ein Sorgenkind. Die MTU-Aktie hat die Seitwärtsbewegung der letzten Monate nach unten verlassen. Trotzdem ist das Triebwerksgeschäft weiterhin stark, sowohl im Neugeschäft durch Airbus und Boeing als auch im margenstarken Servicegeschäft. Wir sind für MTU und die Branche positiver gestimmt, als es das Chartbild zeigt. Es ist jedoch ratsam, eine Bodenbildung abzuwarten und eine Rückkehr in die alte Seitwärtsrange bei 320-325 Euro, bevor man wieder einsteigt, da dann schnell 380 Euro erreicht werden könnten.
**Munich Re:** Die Munich Re hob am Freitag erneut ihr Gewinnziel an, nach einem starken dritten Quartal rechnet man nun mit 6,6 Milliarden Euro Gewinn (zuvor 6,3 Milliarden Euro). Im dritten Quartal erzielte Munich Re 1,7 Milliarden Euro Nettogewinn, über den Erwartungen der Analysten (1,5 Milliarden Euro). Dies ist auf geringere Belastungen durch Großschäden in der Rückversicherung und ein starkes Kapitalanlageergebnis zurückzuführen. Die Aktie schloss fast unverändert, was nach der jüngsten positiven Entwicklung als gut zu werten ist. Seit Anfang Oktober ist die Aktie von unter 500 Euro auf über 550 Euro gestiegen, trotz eines schwierigen Marktumfelds. Operativ läuft es gut, Rücksetzer sind hier traditionell Kaufchancen. Ein Rekordhoch beim Rückversicherer halten wir für eine Frage der Zeit. Langfristig ist Munich Re für konservative Anleger eine gute Wahl.
**Nordex:** Als Turbinenbauer profitiert Nordex eigentlich von der hohen Energienachfrage, insbesondere durch den KI-Boom. Dennoch kam die Aktie zuletzt nicht richtig in Fahrt und befindet sich mittelfristig sogar in einem leichten Abwärtstrend. Dies liegt vor allem an der Unsicherheit rund um die USA. US-Präsident Donald Trump bezeichnete Windimporte als Bedrohung für die nationale Sicherheit und drohte mit neuen Verhandlungen und möglichen Zöllen. Trump kritisiert die Windenergie seit Monaten als unzuverlässig. Trotz dieser politischen Unsicherheiten haben die jüngsten Zahlen gezeigt, dass Nordex Fortschritte bei der Marge gemacht hat. Gelingt der nachhaltige Sprung über die Marke von rund 42 Euro, könnte die Aktie schnell wieder Richtung 50 Euro steigen.
**Vonovia:** Immobilienaktien sind seit Monaten auf Talfahrt, und die Entwicklung hat sich seit August beschleunigt. Die Berliner Wahlen und die Forderungen der Linken nach Vergesellschaftung von Mietwohnungen sorgen für Unsicherheit. CSU-Innenminister Alexander Dobrindt sprach sich am Wochenende für ein Investitionsschutzgesetz aus, um dem „linken Vergesellschaftungsfetisch“ entgegenzuwirken, während Linkenchef Partisano die Verfassungswidrigkeit eines solchen Gesetzes betonte. Der Vorstoß von Dobrindt wird heute positiv für Immobilienaktien gewertet, und Vonovia verzeichnet ein leichtes Plus. Für einen Einstieg ist es jedoch noch zu früh, da neben den Risiken in Berlin auch das Zinsumfeld weiterhin ungünstig für Immobilienaktien ist. Abwarten bleibt die Devise.
Im frühen Handel erholen sich MTU leicht auf 319 Euro. Munich Re liegt leicht im Minus, was vernachlässigbar ist. Vonovia notiert wie erwartet im Plus bei 16,82 Euro und löst sich von den jüngsten Tiefs.
Für heute stehen um 10 Uhr leichte Hinweise zur Konjunkturentwicklung in Deutschland an, wenn der Geschäftsklimaindex für Oktober veröffentlicht wird. Dies könnte erste Impulse für den DAX bringen, der in den ersten Handelsminuten sein Plus auf 0,4% auf 25.280 Zähler ausgebaut hat. Ein erfreulicher Start in die neue Handelswoche. Wir werden heute im Tagesverlauf den Handelsstart in den USA beobachten und die Auswirkungen auf die deutschen Indizes analysieren. Morgen gibt es dann einen neuen DAXcheck.