
KI-Aktien im Umbruch: Was unterscheidet Gewinner von Verlierern?
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Die im Podcast besprochenen Aktien und Fonds stellen keine spezifischen Kauf- oder Anlageempfehlungen dar. Die Moderatoren oder der Verlag haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung der Gedanken oder Ideen entstehen.
In dieser Episode des Money Train Podcasts widmen sich Nadine und ihr Gast Klaus Matzia, Wirtschaftsjournalist und Autor des Kick Reports, dem Thema künstliche Intelligenz (KI). Angesichts der jüngsten Marktbewegungen und der anhaltenden Bedeutung von KI stellen sie sich die Fragen, ob eine KI-Blase platzt oder ob eine neue Rallye bevorsteht.
Matzia beginnt mit einer Einschätzung der aktuellen Marktlage und bezeichnet die aktuellen Kurse als klare Einstiegspunkte. Er begründet dies mit einer übermäßigen Angst im Markt, die durch externe Faktoren wie den Ölpreis und den Ukraine-Krieg geschürt werde. Trotz dieses "Rauschens" sei die KI-Wachstumsstory ungebrochen. Er verweist auf die jüngsten Quartalszahlen und die Pläne von Elon Musk, SpaceX und Tesla zu fusionieren, was er als klares KI-Play und Beleg für die fortwährende Relevanz der KI-Story an den Märkten betrachtet.
Ein zentraler Punkt der Diskussion sind die hohen Investitionen in KI und deren Rentabilität. Matzia ist überzeugt, dass sich diese Investitionen auszahlen werden. Er erwähnt den Besuch von Nvidia-Chef Jensen Huang in Berlin, der wie ein Rockstar gefeiert wurde, und die Bilder von Robotern, die Einzug in die Fabriken halten. Diese Investitionen seien nicht nur rentabel, sondern überlebenswichtig für die Wirtschaft, da es an Arbeitskräften mangele.
Trotz dieser positiven Einschätzung gibt es Sorgen und Abverkäufe bei einigen Technologiewerten. Matzia relativiert diese Sorgen. Er erklärt, dass zu jeder Rallye Korrekturen gehören und die jüngsten Rückgänge bei Top-Werten wie Nvidia lediglich ein "kleiner Schluckauf" seien. Er sieht bei fundamental starken Unternehmen wie Amazon, Alphabet (Google) und Meta keinerlei Alternative zum Einstieg. Er räumt ein, dass bei solch epochalen Anlegermöglichkeiten Unsicherheiten auftreten und es zu kleineren Korrekturen kommen werde, aber er schließt einen von Pessimisten propagierten Crash in den kommenden Monaten aus.
Die Frage nach der Trennung von "Spreu und Weizen" im KI-Sektor wird ebenfalls thematisiert. Matzia stimmt zu, dass sich nun herauskristallisiert, welche Unternehmen zu den zukünftigen Gewinnern gehören und welche nur kurzfristige "Trittbrettfahrer" waren. Er betont, dass Qualität von Qual kommt und man durch "Täler" gehen müsse, um die Qualitätswerte zu identifizieren.
Bezüglich spezifischer Geschäftsfelder im KI-Sektor nennt Matzia zwei interessante Bereiche. Erstens, spezialisierte Anbieter rund um Energie, da der Energiehunger der KI nicht abnimmt. Zweitens, Unternehmen wie SAP, die KI erfolgreich in ihre bestehenden Geschäftsbereiche integrieren und dadurch eine positive Wertentwicklung erzielen konnten.
Was ein erfolgreiches KI-Unternehmen ausmacht, leitet Matzia aus drei Kriterien ab:
1. **Managementverständnis:** Das Management muss verstanden haben, dass KI Prozesse verändert und die Belegschaft sowie Kunden mitnimmt. SAP wird hier als positives Beispiel genannt.
2. **Hyperscaler:** Große Anbieter wie Meta, Google und Amazon, die bereits hohe Gewinne erzielen, ihre Organisationen und Mitarbeiter umbauen und weiterhin in KI investieren.
3. **Nicht ersetzbare Unternehmen:** Firmen wie Nvidia oder Micron, die derzeit keine ernsthafte Konkurrenz haben und deren technologische Vorsprung mehrere Jahre Bestand haben wird.
Während der Berichtsaison achtet Matzia vor allem darauf, ob die Investitionsstory intakt ist. Er betont, dass Unternehmen, die jetzt nicht in den epochalen KI-Umbau investieren, langfristig keine Gewinner sein werden. Laufende Investitionen seien wichtiger als kurzfristiger Umsatz und Profitabilität. Er lässt sich von Unkenrufen über das Wachstum von Unternehmen wie OpenAI oder Anthropic nicht beirren, da sich die Welt in einer Umbruchphase befinde und jedes Wachstum Pausen benötige.
Als mögliche Erfolgsstory-Trübung nennt Matzia harte geopolitische Veränderungen, wie die bevorstehenden Midterm-Wahlen in den USA, die zu Unsicherheiten an den Märkten führen. Er ist jedoch hoffnungsvoller Optimist und glaubt an eine baldige Klärung dieser politischen Situation und eine Lösung des Ukraine-Kriegs. Auch steigende Energiepreise und Inflationssorgen spielen eine Rolle, werden aber als temporäres Thema betrachtet, da die Welt stärker auf erneuerbare Energien setze.
Unter Druck geraten könnten laut Matzia Unternehmen, die keinen dauerhaften Mehrwert über die reine Softwareleistung hinaus bieten. Er nennt Adobe als Beispiel, das durch KI-basierte Produkte und günstigere Lösungen unter Druck geraten könnte. SAP hingegen sei durch seine tiefe Integration in globale Geschäftsprozesse und die Kombination aus Software, Beratung und Support gut aufgestellt.
Mit Skepsis betrachtet Matzia die deutsche Automobilindustrie im Hinblick auf autonomes Fahren, da Tesla und chinesische Hersteller hier bereits weiter fortgeschritten seien.
Ein großes Thema ist die potenzielle Fusion von Tesla und SpaceX, die Matzia als "Elon AG" bezeichnet. Er prognostiziert einen Börsenwert von 3 Billionen Dollar für dieses vereinte Unternehmen und sieht darin eine Fortsetzung des KI-Plays. Für die einzelnen Unternehmen bedeute dies eine absolute Konzentration auf das Kernthema KI. Tesla profitiere von der Fähigkeit, Autos weitgehend selbst fahren zu lassen und an humanoiden Robotern zu arbeiten, während SpaceX riesige Datenzentren baue und an modernen KI-Modellen arbeite. Er sieht in der Fusion keine Risiken, sondern Chancen, da sich die Bereiche gegenseitig inspirieren und Synergien schaffen. Starlink, die Kommunikationsinfrastruktur von SpaceX, wird als kritischer Faktor hervorgehoben. Die Verlegung von Tesla und SpaceX nach Texas biete zudem regulatorische Vorteile.
Als Aktionär rät Matzia, SpaceX zu beobachten und schwache Tage zum Einsammeln von Anteilen zu nutzen.
Generell zur aktuellen Anlegestrategie im KI-Bereich empfiehlt Matzia zwei Unternehmen:
1. **Nvidia:** Er rät, auf schwachen Tagen schrittweise Nvidia-Aktien zu kaufen und hebt die Begeisterung und das Unternehmertum rund um KI und Nvidia-Chips hervor.
2. **Alphabet (Google):** Google sei durch seine Präsenz in allen Geräten und seine Gemini KI allgegenwärtig. Zudem sei Google der einzige ernsthafte Konkurrent zu Tesla im Bereich autonomes Fahren. Die Forschung von Google an der Schnittstelle von Gesundheit und KI wird als nächstes großes Wachstumsthema identifiziert, das die Entwicklung von Behandlungsmethoden und Medikamenten beschleunigen werde.
Abschließend wird das Buch "Zehn harte Wahrheiten über KI" von Klaus Matzia und Tristan Post thematisiert. Das Buch erklärt die zehn Megatrends, die durch KI unser Leben, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in den kommenden Jahren beeinflussen werden. Es richtet sich an ein breites Publikum und soll die kommenden Veränderungen klar und verständlich darstellen. Das Fazit des Buches ist, dass trotz einer holprigen Phase durch KI vieles besser und das Leben vieler Menschen deutlich verbessert werde.
Der Podcast endet mit einem Dank an Klaus Matzia und die Zuhörer, verbunden mit dem Wunsch, dass die besprochenen Einblicke Anregung für die eigene Anlageentscheidung bieten.