
DAX Handelstart 08:50 Uhr | Tägliche Handelsideen & Analysen
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Guten Morgen, liebe Zuschauer und willkommen zu einer weiteren Folge vom DAX-Helstart live aus Frankfurt. Heute, am Montag, den 26.10., sprechen wir mit unseren Marktexperten Christian, Lis und Martin über die aktuelle Marktlage, die vergangene Woche und die Erwartungen für die kommende Woche.
Samir eröffnet die Diskussion und möchte sich mit den Experten über die vergangene Handelswoche, insbesondere den Freitagsverlauf, austauschen, um ein allgemeines Markt-Sentiment widerzuspiegeln. Er weist darauf hin, dass Chipwerte und KI-Aktien weiterhin unter Druck stehen, aber Hoffnung auf eine Erholung besteht, da diese Woche wichtige Ereignisse wie Zinsentscheide und Quartalszahlen großer Tech-Unternehmen anstehen.
Martin beginnt mit einem Blick auf die Oktober-Saisonalitäten, die normalerweise Tiefs in diesem Zeitraum erwarten lassen. Er merkt jedoch an, dass in Midterm-Wahljahren mit einem republikanischen Präsidenten der Oktober tendenziell schwach bleibt. Beim Gesamtmarkt, speziell dem S&P 500, hat sich in den letzten Monaten wenig getan, was in der Vergangenheit oft zu größeren Rücksetzern führte. Obwohl diese Korrekturen oft durch externe Ereignisse ausgelöst wurden, wiederholt sich das Muster: eine dynamische Momentumbewegung schwächt sich ab und kippt dann schnell.
Charttechnisch sieht Martin Risiken, während die Bewertung der Märkte, die deutlich unter den Niveaus von Jahresanfang liegen, bereits viel Negatives eingepreist hat. Die Gewinnerwartungen für S&P 500-Unternehmen sind hoch und Martin geht davon aus, dass diese erfüllt werden, was ein Hauptgrund für steigende Kurse sein könnte. Erstaunlich ist jedoch die Reaktion des Marktes auf fallende Zinsen bei zehnjährigen US-Anleihen: Trotz des Rückgangs der Zinsen, die normalerweise eine Bremse für Aktien, insbesondere Tech- und Wachstumsaktien, darstellen, reagierte der Markt nicht positiv. Dies liegt daran, dass der Rückgang der Anleiherenditen durch stark fallende Kurse im Tech-Bereich verursacht wird, da Anleger von Risiko in risikofreiere Anlagen umschichten und Anleihen kaufen.
Für den Nasdaq ist es entscheidend, dass die Unterstützungsniveaus um 28800 halten. Ein Bruch könnte zu weiteren Rückgängen bis 28000 oder sogar 27000 Punkte führen. Martin sieht ein negatives Sentiment, das weitere Rückgänge begünstigen könnte. Als antizyklische, positive Zeichen nennt er jedoch die extrem angestiegenen Cash-Positionen in Money Market ETFs, die in der Vergangenheit oft mit mittelfristigen Tiefs einhergingen. Auch das schwache Sentiment und die extremen Short-Positionen sind für ihn eher bullish. Trotz dieser positiven Indikatoren fehle es an Dynamik nach oben.
Martin äußert sich überrascht über den Druck auf KI- und Chipaktien, da die Fundamentaldaten weiterhin „tiptop“ aussehen. Er verweist auf einen eigenen Beitrag, in dem er die Profiteure der hohen Capex-Ausgaben im Markt beleuchtet. Unternehmen wie SpaceX planen höhere Ausgaben, und Analystenhäuser wie Morgan Stanley erwarten 1,58 Billionen Dollar im Capex-Bereich für das nächste Jahr. Trotzdem haben die Aktien der direkten Profiteure, wie Speicheraktien, Rücksetzer von 20-30% von ihren Hochs erlebt. Martin vergleicht dies mit der „SaaS-Apokalypse“, bei der Softwareunternehmen trotz guter Fundamentaldaten stark abgestraft wurden, bevor sich das Sentiment drehte. Er erwartet, dass sich dies auch im Bereich der KI-Infrastrukturaktien wiederholen wird, auch wenn die Dauer der Korrektur ungewiss ist.
Lis bestätigt, dass auch bei ihm nicht alles nach Plan läuft, da sein Depot sehr techlastig ist und Werte wie SanDisk, Micron, SK Hynix und Western Digital stark unter Druck stehen. Er stimmt Martin zu, dass ein klares „Risk-Off“-Sentiment herrscht, was sich auch im Rückgang des Bitcoin-Kurses unter 80.000 US-Dollar zeigt. Der Dow Jones konnte sich im Vergleich zum Nasdaq relativ stabil entwickeln, was auf eine Umschichtung in defensivere Werte hindeutet. Auch der Rückgang der zehnjährigen Renditen ist für Lis ein klassisches „Risk-Off“-Zeichen, da Anleger in sichere Anlagen wie Staatsanleihen flüchten.
Für die kommende Woche erwartet Lis eine hohe Volatilität. Der Wirtschaftskalender ist voll, mit dem Hauptfokus auf dem Fed-Zinsentscheid am Mittwoch. Man rechnet zu 90% mit keiner Zinserhöhung, daher wird die anschließende Pressekonferenz entscheidend sein. Weitere wichtige Daten sind die PCE-Kerninflation und das Bruttoinlandsprodukt der USA am Donnerstag, sowie der Zinsentscheid der EZB. Zudem veröffentlichen Tech-Giganten wie Alphabet, Amazon und Microsoft ihre Quartalszahlen. Lis sieht die Zone um 28800 Punkte beim Nasdaq als kritische Unterstützung. Ein Bruch könnte zu Rückgängen bis 28700 oder im Worst-Case-Szenario sogar bis 27000 Punkte (Juli-Tief) führen, insbesondere bei schlechten PCI-Daten, Eskalationen im Nahen Osten oder enttäuschenden Tech-Zahlen. Sein positives Szenario ist eine Stabilisierung bei 28800 Punkten und ein Anstieg Richtung 30000 Punkte.
Christian ist optimistischer und erwartet steigende Kurse, insbesondere im Hinblick auf saisonale Muster wie den „Halloween Trade“. Er plant, diese Woche erste Long-Positionen in Indizes aufzubauen, basierend auf der Statistik der letzten 20 Jahre. Das einzige Risiko sieht er in der geopolitischen Lage, insbesondere den Meldungen über Kampfhandlungen im Nahen Osten. Er glaubt, dass die Korrektur im KI-Bereich langsam in der Endphase ist, ähnlich der Rotation von Old Economy zu Technologie, wie sie bei Softwareaktien beobachtet wurde. Als Beispiel nennt er Crowdstrike, die nach einer Phase der Ablehnung wieder stark gefragt ist. Christian rät zu selektivem Vorgehen und dem Aufbau erster Tranchen, ohne das gesamte Pulver zu verschießen. Er überlegt, Positionen im Nasdaq (MN6MVZ, Knock-Out bei 24137 Punkten, Hebel 6) und im Dow Jones (UJ5 EBF, Hebel 6) aufzubauen, da er an ein starkes viertes Quartal glaubt.
Samir weist auf ein Angebot in Kooperation mit XTB hin: Ultimate Plus für 30 Tage gratis und eine Porsche-Aktie bei Eröffnung eines kostenlosen Kontos mit dem Code „Heavy Traders“.
Christian präsentiert die Tops und Flops im DAX. 26 von 40 Titeln sind im Plus. Gefragt sind Bayern, Vonovia, Siemens Energy und RWE. Weniger gefragt sind BASF, Deutsche Telekom, Bayersoft und SAP. SAP als Schwergewicht hält sich stabil, während Siemens Energy leicht im Minus ist.
Martin beleuchtet Bloom Energy, die am Donnerstag Zahlen lieferte und negativ reagierte. Die Aktie setzt ihren dynamischen Kursverlust fort und nähert sich langfristigen Aufwärtstrends. Ein Bruch dieser Unterstützungsniveaus könnte weitere Rückgänge bis unter 160$ (Juli-Tiefs) bedeuten. Trotz eines Gewinnanstiegs von 527% und einem Umsatzanstieg von 138% zum Vorjahr sowie einer deutlichen Anhebung der Jahresprognose, was ein klares „Beat and Raise“-Quartal darstellt, geriet die Aktie unter Druck. Der Grund dafür ist der operative Cashflow, der in den Negativbereich gerutscht ist (-27 Millionen Dollar), sowie der freie Cashflow (-181 Millionen Dollar). Dies liegt an den steigenden Investitionen für den Produktionsausbau, um die hohe Nachfrage nach Stromversorgung für Rechenzentren zu bedienen. Das negative Sentiment für KI-Investitionen wird als Hauptgrund für den Abverkauf gesehen. Analysten wie Oppenheimer sehen kurzfristige Belastungen durch Cashflow-Risiken, während City einen „überfüllten Trade“ sieht, was Martin aufgrund der historisch günstigen Bewertung (KGV 40, PEG 0,44) nicht nachvollziehen kann. Morgan Stanley bestätigt sein „Overweight“-Rating und erhöht das Kursziel auf 350$. Martin hält seine Position (WA80ZM, Hebel 1,9, KO-Abstand 50%) und sieht die extreme Korrektur von 46% vom Allzeithoch als positiven Faktor. Neue Positionen würde er aufgrund seines bereits hohen Engagements im KI-Infrastrukturbereich nicht eingehen.
Christian spricht über E.ON, eine seiner Top-Positionen. Er sieht Strom als relevanten Sektor und E.ON als Dienstleister im Energiemanagement. Er hat zwei Tranchen im August und Oktober aufgebaut, mit einem Durchschnittskurs von 65 Cent und einem aktuellen Kurs von 94 Cent. Ein Kursziel von 20,50 Euro ist für ihn denkbar. Der RSL-Wert über 1 und ein intaktes Longsignal seit März 2023 (plus 68%) stützen seine positive Einschätzung. Trotz eines Trendbruchs auf Tagesbasis seit September bleibt E.ON für ihn ein spannender Wert, der aktuell ein stärkeres Momentum zeigt als RWE. Er bleibt in beiden Werten positioniert und nutzt Rücksetzer zum Aufstocken (WA4 CF6, +44%).
Lis beleuchtet Amazon, wo er doppelt positioniert ist. Die Quartalszahlen werden am Donnerstag erwartet. Eine positive Analystenstudie von Morgan Stanley, die Amazon zu den Top-Favoriten erklärt und das Kursziel auf 350 US-Dollar anhebt, führte letzte Woche zu einem starken Anstieg von 5%, der jedoch wieder abgebaut wurde. Morgan Stanley ist optimistisch aufgrund des AWS-Cloudgeschäfts, das bis 2027 um bis zu 47% wachsen soll, sowie des Ausbaus eigener KI-Chips und Kosteneinsparungen im E-Commerce durch Robotik. Lis ist ebenfalls optimistisch und sieht das langfristige Gewinnpotenzial unterschätzt. Andere Analysten wie JP Morgan sehen sogar ein Kursziel von 365 US-Dollar. Trotz einer Korrektur von über 13% vom Hoch sieht Lis die aktuelle Zone um 250 US-Dollar als Chance für eine zweite Tranche. Er ist mit einem Knockout-Zertifikat (MJ087z, Hebel 2,58, KO-Abstand 38%) und einer Discount-Optionsschein-Strategie (UQ7KND, Cap 260 US-Dollar, Laufzeit bis 18.12.26, max. Rendite 105%) positioniert. Sein Kursziel für Amazon liegt bei