
DAX Handelstart 08:50 Uhr | Tägliche Handelsideen & Analysen
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Guten Morgen, liebe Zuschauer, und willkommen zu einer neuen Folge von "DAX Handelstart" live aus Frankfurt. Heute sprechen wir mit unseren Marktexperten Christian, Martin und Thomas über die aktuelle Marktlage.
**Marktentwicklung gestern und Ausblick:**
Thomas beginnt mit einem Rückblick auf den gestrigen Handelstag. Der Technologiesektor zeigte erneut Schwäche. Nach anfänglichen Stabilisierungsversuchen brach der Nasdaq 100 um 1,4% ein und fiel unter die 200-Tage-Linie. Er ist nun 11% vom Hoch entfernt, und ein Test der Sommer-Tiefstände im Bereich von 27.000 Punkten scheint wahrscheinlich. Allerdings könnte die abnehmende Abwärtsdynamik auf eine bevorstehende Stabilisierung hindeuten. Einzelne Technologieaktien, insbesondere Chipwerte und Cloud-Anbieter, verzeichneten dramatische Rückgänge und unterschritten teilweise ihre Sommer-Tiefstände. Der S&P 500 hielt sich mit einem Minus von 0,5% besser, während der Dow Jones eine Rotation aus Tech- hin zu Standardwerten zeigte und sich leicht erholen konnte. Nachbörslich wurden Zahlen von Apple und Palantir erwartet, deren Aktien ebenfalls unter Druck gerieten. Die asiatischen Märkte zeigten sich heute Morgen gemischt bis leicht negativ, was sich voraussichtlich auf den europäischen Handel auswirken wird. Der DAX wird leichter erwartet, und auch die US-Futures tendieren leicht negativ.
Ein wichtiger Faktor sind die bevorstehenden Midterm-Wahlen in den USA, deren Ergebnisse heute Nacht erwartet werden und morgen früh bekannt sein dürften. Thomas rechnet mit Verwerfungen, falls die Demokraten stark abschneiden und Donald Trump damit eine Niederlage erleidet. Für heute Abend werden noch Zahlen von Advanced Micro Devices erwartet, ebenfalls einem Chipkonzern. Die allgemeine Einschätzung ist, dass die Tech-Schwäche anhalten könnte, und die Midterm-Ergebnisse könnten die Volatilität erhöhen.
**Breiter Markt vs. Tech-Sektor:**
Martin hebt hervor, dass der breite US-Markt, repräsentiert durch den gleichgewichteten S&P 500 (RSP), sich sehr gut entwickelt hat. Der RSP legte gestern um 0,8% zu und steht kurz vor seinen Allzeithochs. Year-to-Date hat der RSP den marktkapitalisierungsgewichteten S&P 500 und den Nasdaq übertroffen und verzeichnete Anstiege von 14%. Dies entspricht dem Wunsch vieler großer Fonds, die eine breitere Marktbeteiligung sehen wollten. Er verweist auf einen Artikel auf "märkteundtrends.de", der die positive Oktoberperformance einzelner Sektoren detailliert beleuchtet. Im Gegensatz dazu bleibt der Nasdaq angeschlagen. Martin hatte bereits gestern auf das 50%-Retracement der vorherigen Bewegung und die Widerstandszone um 29.000 Punkte hingewiesen und eine weitere Schwäche im Tech-Bereich prognostiziert, solange diese Marke nicht überschritten wird.
**Die Midterm-Wahlen und ihre Bedeutung:**
Bezüglich der Midterm-Wahlen verweist Martin auf Wettmärkte und Prognoseplattformen, die einen deutlichen Vorteil für die Demokraten zeigen, sowohl im Repräsentantenhaus (über 90% Wahrscheinlichkeit) als auch im Senat (70-75% Wahrscheinlichkeit). Er schließt nicht aus, dass ein Teil dieser Erwartungen bereits im Markt eingepreist ist und die Schwäche im Tech-Sektor teilweise auf die Befürchtung zurückzuführen ist, dass die Demokraten die hohen Investitionsausgaben von Technologieunternehmen, insbesondere im Bereich Rechenzentren, stören könnten. Er relativiert dieses Risiko jedoch, da Wahlversprechen oft nicht vollständig umgesetzt werden, sowohl in den USA als auch in Deutschland.
**Bewertung und historische Muster im Tech-Sektor:**
Martin betrachtet die aktuelle Korrektur im Tech-Sektor trotz der starken Rückgänge nicht als dramatisch an. Er verweist auf die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) im Nasdaq 100, die auf Niveaus gefallen sind, wie zuletzt Mitte 2022. Damals folgte eine starke Erholung. Er analysiert das Intraday-Verhalten des Nasdaq 100 am Vortag, wo trotz eines Eröffnungsgaps von über 1% ein deutlicher Verlust von fast 3% verbucht wurde. Solche Muster sind selten, aber historische Daten seit 2023 zeigen, dass nach solchen Tagen oft eine positive Entwicklung folgt, insbesondere nach zwei bis fünf Handelstagen. Er zitiert Statistiken, die eine höhere Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse am Wahltag und am Tag danach für den S&P 500, den Dow Jones und den Nasdaq zeigen.
**Ölmarkt und Sektorfokus:**
Der Ölmarkt spielte gestern eine stützende Rolle, da fallende Ölpreise den Gesamtmarkt und insbesondere den RSP positiv beeinflussten. Ein Anstieg des Ölpreises über 106 USD hätte nach Martins Einschätzung zu einem regelrechten "Gemetzel" geführt. Der heutige Handelstag könnte jedoch von steigenden Ölpreisen beeinflusst werden, was sich negativ auf den DAX auswirken könnte.
**Langfristige Perspektive im Tech-Sektor:**
Martin betont, dass der Rückgang im Tech-Sektor, insbesondere im Wachstums- und Momentumsegment, historisch überzogen sei. Er verweist auf einen Momentum-Faktor-ETF von Morgan Stanley, der 62% von seinen Hochs verloren hat, mehr als Dotcom oder die Corona-Pandemie. Für langfristig orientierte Anleger sieht er jetzt eine günstige Gelegenheit, Positionen im Tech- und Momentum-Bereich aufzubauen. Er hebt hervor, dass die fundamentalen Daten vieler dieser Unternehmen trotz der starken Kursrückgänge nicht schlecht seien und oft sogar weiteres Gewinnwachstum zeigten. Die aktuelle Marktbewegung sei primär von Angst getrieben, insbesondere vor einer möglichen negativen Entwicklung im KI-Bereich.
**Christian: Positionierung im Nasdaq 100 und Einzelwerte:**
Christian berichtet von seiner Position im Nasdaq 100 (MN6MFZ), die trotz Schwankungen im Plus liegt. Er schließt eine dritte Tranche nicht aus und verweist auf eine positive Entwicklung bei einem Einzelwert, die Liquidität freisetzen wird. Er glaubt an eine starke Aufwärtsbewegung im Nasdaq, ähnlich wie im Frühjahr und Sommer, und hat seine Short-Positionen regelbasiert aufgelöst und in Long-Positionen umgewandelt. Er betont die Transparenz bezüglich seiner Trades und kündigt weitere Informationen auf "märkteundtrends.de" an.
**Palantir: Starkes Quartal, aber Kursverluste:**
Martin analysiert die Q3-Zahlen von Palantir. Das Unternehmen erzielte einen Umsatzanstieg von 96% auf 2,31 Milliarden USD, ein Rekord für ein einzelnes Quartal, und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Auch der Gewinn pro Aktie übertraf die Prognosen. Palantir hob seinen Ausblick deutlich an. Besonders positiv ist die Entwicklung im US-Commercial-Segment, das erstmals den Bereich US-Government übertraf. Die Netto-Revenue-Retention-Rate stieg auf beeindruckende 165%, was auf stark wachsende Umsätze bei Bestandskunden hindeutet. Martin lobt die Produkte von Palantir, insbesondere im Bereich "Sovereign AI", wo KI-Systeme auf eigenen Servern der Kunden genutzt werden können, was den Schutz von Unternehmensdaten gewährleistet. Trotz der starken Fundamentaldaten fiel die Aktie nachbörslich und am Vortag, was Martin als eine Fehleinschätzung des Marktes betrachtet. Er sieht die Aktie als teuer bewertet (KGV von 94) an, hält das Premium aber für gerechtfertigt und erwartet langfristig weitere Kurssteigerungen, da Palantir eine führende Position im Bereich künstliche Intelligenz für Unternehmen und Regierungen einnimmt.
**Apple: Zahlen enttäuschen leicht, Aktie unter Druck:**
Thomas bespricht die Q4-Zahlen von Apple. Obwohl die Umsätze mit 114,5 Milliarden USD leicht über den Erwartungen lagen und der Gewinn pro Aktie ebenfalls positiv überraschte, sank die Aktie um über 3%. Ein negativer Ausreißer waren die Umsätze in China, die leicht unter den Erwartungen blieben, was auf die Umstellung auf neue iPhone-Modelle zurückgeführt wird. Der Hauptgrund für die negative Kursreaktion war jedoch der Ausblick auf die Bruttomarge, die voraussichtlich auf 45-46% fallen wird. Dies wird auf steigende Speicherchipkosten zurückgeführt. Thomas hält die Aktie mit einem KGV von 35 für das laufende Geschäftsjahr als sportlich bewertet und sieht Kaufgelegenheiten eher bei deutlichen Rücksetzern. Trotz solider Fundamentaldaten und eines starken freien Cashflows von 161 Milliarden USD ist er im Moment nicht auf der Long-Seite investiert.
**Nvidia: Einschränkungen für China und Short-Position:**
Christian berichtet über die Anweisung von Nvidia an seine Rechenzentrumspartner, die Geschäftsbeziehungen mit chinesischen Kunden einzuschränken. Dies erschwert China den Anschluss an die US-Wettbewerber im KI-Wettlauf. Nvidia fordert von seinen Cloud-Computing-Kunden, mindestens 51% ihrer Dienstleistungen außerhalb Chinas zu verkaufen. Christian hält eine Short-Position im Discount-Optionsschein (VH5VMP) mit einem Basispreis von 200 USD und einem Deckel bei 160 USD. Er erwartet, dass ein Erreichen der 160 USD erhebliche Probleme für den Nasdaq 100 mit sich bringen könnte. Die Quartalsergebnisse von Nvidia werden Mitte November erwartet, wobei der Ausblick entscheidend sein wird.
**Siemens Energy: Erholungspotenzial trotz Rücksetzer:**
Thomas sieht bei Siemens Energy nach einem Kursabschlag von 40% seit Mai Erholungspotenzial. Er erwartet, dass Tech-Werte nach den Midterm-Wahlen eine Erholung erfahren werden, wovon auch Siemens Energy profitieren dürfte. Trotz eines bestehenden Abwärtstrends sieht er bei aktuellen Tiefständen um 120-130 USD eine Chance auf eine Erholung bis in den Bereich von 150 USD. Die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr werden am 11. November erwartet. Der Auftragsbestand und der Auftragseingang waren zuletzt auf Rekordniveau, was auf eine hohe Nachfrage hindeutet, insbesondere im Bereich KI-Rechenzentren. Mit einem KGV von 21 für das laufende und unter 16 für das kommende Geschäftsjahr hält er die Aktie für unterbewertet. Seine Position hat er mit 3,4% im Plus und erwägt, sie bei weiteren Rückgängen aufzustocken.
**Tempus AI: St