
Märkte am Morgen: SK Hynix, Visa, Robinhood, Boeing, Waste Management, BASF
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Guten Morgen und herzlich willkommen zu "Märkte am Morgen" am Mittwoch, dem 28. Oktober. Der Tag beginnt mit unterschiedlichen Unternehmensnachrichten: SK Hynix hat die Erwartungen übertroffen, Robinhood hat sie verfehlt, und Visa lag im Rahmen der Erwartungen.
Der DAX schloss gestern mit einem Plus von 0,7 %, wird aber heute Morgen leicht schwächer erwartet (0,1-0,2 %). In den USA zeigte sich der Dow Jones nahezu unverändert (+0,03 %), während der S&P 500 um 0,6 % und der Nasdaq um 1,2 % zulegten. Letzteres war hauptsächlich auf Tech- und KI-Werte zurückzuführen, möglicherweise befeuert durch konkrete Nachrichten zum Anthropic IPO, der in der zweiten Novemberhälfte starten könnte. Die asiatischen Märkte zeigen heute Morgen überwiegend grüne Vorzeichen, mit dem Nikkei über 1 % im Plus, während der Hang Seng und Shanghai Composite leicht im Minus notieren. Die Ölpreise bleiben auf hohem Niveau, mit Brent bei fast 116 $ und WTI bei knapp 102 $. Der Bitcoin hat die 80.000 $-Marke zurückerobert und notiert bei etwa 80.700 $.
SK Hynix hat beeindruckende Zahlen vorgelegt, die die Erwartungen übertrafen. Der Umsatz hat sich mehr als vervierfacht und erreichte 105 Billionen Won (rund 71 Milliarden Euro), was einem Drittel mehr als im Vorquartal entspricht. Das operative Ergebnis stieg um 38 % auf über 83 Billionen Won. Sowohl Umsatz als auch Gewinn übertrafen die Analystenprognosen. Der Ausblick bleibt jedoch etwas vage, mit der Prognose, dass Umsatz und Ergebnis in den kommenden Quartalen weiter steigen sollen und die Nachfrage nach Speicherchips das Angebot noch "einige Zeit" übersteigen wird. Diese Unklarheit über die Dauer der positiven Entwicklung hinterlässt bei einigen Beobachtern Fragen, trotz der aktuell hervorragenden Zahlen. SK Hynix plant weiterhin hohe Dividenden und Aktienrückkäufe, ungeachtet hoher Investitionen. Die Aktie reagierte positiv und notiert vorbörslich 7,7 % im Plus, nachdem sie zuvor einen deutlichen Rücksetzer erlebt hatte, da Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen Nachfrage aufkamen.
Visa meldete Rekordzahlen, die jedoch im Rahmen der Erwartungen lagen. Der Umsatz stieg um 15 % auf 46 Milliarden Dollar, und der Nettogewinn legte um 17 % auf 23,5 Milliarden Dollar zu. Der CEO hob hervor, dass dies das stärkste Wachstum seit 15 Jahren sei, wenn man Corona-Erholung und Übernahmen ausklammert. Auch hier blieb die Guidance für das Geschäftsjahr 2025/26 etwas unkonkret, mit der Aussage, dass Umsatz und Gewinn "spürbar steigen" sollen. Die Aktie, die zuletzt auf einem Rekordniveau notierte, zeigte nach den Zahlen eine leichte Korrektur, was als "Sell the News"-Effekt interpretiert werden könnte, da die Rekordwerte bereits erwartet wurden. Das anfängliche Minus von 3-4 % hat sich jedoch auf 1,2 % reduziert, was auf eine stabile Lage bei Visa hindeutet.
Anders sieht es bei Robinhood aus, wo die Erwartungen im dritten Quartal sowohl bei Umsatz als auch Gewinn verfehlt wurden. Der Umsatz stieg um 12 % auf 1,42 Milliarden Dollar, lag aber unter den erwarteten 1,43 Milliarden. Der Nettogewinn sank um 14 %, und der Gewinn pro Aktie betrug 51 Cent, was unter den erwarteten 55 Cent lag und einen Rückgang von 16 % gegenüber dem Vorjahr darstellt. Trotzdem betonte der CFO, dass es das umsatzstärkste Quartal in der Geschichte von Robinhood war. Für das vierte Quartal wurden bereits Nettoeinzahlungen von über 13 Milliarden Dollar gemeldet. Die Aktie wird vorbörslich deutlich im negativen Bereich erwartet, mit einem Minus von fast 8 %, nachdem sie zuletzt auf der 200-Tage-Linie angekommen war.
Boeing verzeichnete gestern extreme Verluste. Die Zahlen waren enttäuschend und lagen sogar leicht unter den Erwartungen. Der Umsatz stieg um 4 % auf 24,2 Milliarden Dollar, getragen hauptsächlich von der Luft- und Raumfahrtsparte, während das Verkehrsflugzeuggeschäft stagnierte. Der bereinigte Verlust pro Aktie lag bei 34 Cent, deutlich höher als die erwarteten 21 Cent. Der einzige Lichtblick war der Barmittelzufluss von 1,5 Milliarden Dollar, der über den Erwartungen und dem Vorjahreswert lag. Das zivile Flugzeuggeschäft bleibt das Kernproblem, da keine wirkliche Erholung sichtbar ist. Die Aktie stürzte gestern um 11 % ab, und auch vorbörslich zeichnet sich keine Erholung ab. Die kürzliche Zulassung der 737 MAX 10 könnte zukünftig für Entspannung sorgen.
Waste Management übertraf die Umsatzerwartungen, verfehlte aber die Gewinnprognosen. Der Umsatz erreichte 6,85 Milliarden Dollar (erwartet: 6,81 Milliarden), während der bereinigte Gewinn pro Aktie bei 2,15 Dollar lag (erwartet: 2,18 Dollar). Der Nettogewinn stieg jedoch im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Das Healthcare-Geschäft zeigte ein starkes Wachstum. Die Guidance für das Gesamtjahr 2026 wurde bestätigt. Die Aktie, die sich zuletzt stark erholt hatte, schloss gestern mit einem Minus von 2,2 % und notiert nachbörslich weitere 1,6 % im Minus.
In Deutschland hat BASF seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erneut angehoben, nachdem die Zahlen für das dritte Quartal gut ausfielen. Das operative Ergebnis lag bei 1,64 Milliarden Euro, gegenüber 1,42 Milliarden im Vorjahr, und übertraf die Analystenerwartungen. Der Umsatz stieg um 14,2 %, getragen von höheren Preisen und Mengen. Die neue EBITDA-Prognose liegt nun bei 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro (zuvor 6,9 bis 7,7 Milliarden). Der Free Cashflow wird weiterhin bei über 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro erwartet. Das positive Signal aus dem dritten Quartal, insbesondere die Erholung der Nachfrage in der Chemiebranche, ist ein gutes Zeichen für das Unternehmen. Die Aktie konnte zuletzt die 55-Euro-Marke nicht nachhaltig überwinden, aber die aktuellen Zahlen könnten einen erneuten Versuch unterstützen.
Auch die Deutsche Bank und Mercedes-Benz haben Zahlen vorgelegt. Bei Mercedes-Benz gab es bereits gestern eine Prognosesenkung und vorläufige Zahlen, die heute bestätigt wurden. Diese Entwicklungen werden voraussichtlich im Laufe des Tages im "Daxcheck Live" detaillierter besprochen.
Wir sehen uns morgen früh wieder um 8 Uhr zu den Märkten am Morgen. Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Handelstag.