
DAX-Check LIVE: ATOSS Software, Heidelberg Materials, Krones, MTU Aero Engines, Siemens Energy
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Der DAX startete den Handel am Freitag mit einem leichten Minus von 0,2%, nachdem er am Vortag bereits deutlich unter Druck geraten war und einen Großteil der vorherigen Gewinne wieder abgegeben hatte. Hauptursache für die Schwäche waren wieder aufkommende Sorgen um KI-Aktien, die nach den Zahlen von Meta und Tesla auch die US-Technologiewerte belasteten. Werte wie Siemens Energy und Infineon litten gestern besonders. Der Index bewegt sich weiterhin in der Range der vergangenen Tage zwischen rund 25.000 und 25.600 Zählern. Zusätzlichen Druck übten gestiegene Ölpreise nach Angriffen auf Saudi-Arabien aus, was die Inflations- und Zinsangst im Markt schürte.
Im Chartbild zeigt sich seit Mitte September ein seitwärtsgerichteter Verlauf zwischen 25.000 und 25.700 Zählern, wobei sich grüne und rote Kerzen fast täglich abwechseln. Ausbruchsversuche nach oben sind zuletzt gescheitert, und der DAX notiert wieder unter der 50-Tage-Linie. Ein Sprung über diesen gleitenden Durchschnitt wäre ein wichtiges Signal für eine Erholung. Die 200-Tage-Linie liegt jedoch weiterhin unterhalb des aktuellen Kursniveaus, was bedeutet, dass trotz der geopolitischen Spannungen, der hohen Ölpreise und der unsicheren KI-Situation kein Grund zur Panik besteht. Das Rekordhoch von über 26.000 Punkten ist nach wie vor in Sichtweite.
Auf Einzelwertebene gab es am Freitag eine leichte Erholung. Die gestrigen Verlierer Siemens Energy und Infineon zählten zu den Top-Gewinnern. Auch Heidelberg Materials zeigte sich positiv, während MTU zu den Top-Verlierern zählte. Im MDAX erholte sich Sus MicroTec, ein weiterer Verlierer der KI-Sorgen. Auf der Verliererseite standen hier vor allem Konjunkturwerte wie Schaeffler und Knorr-Bremse. Im SDAX führte ein Unternehmen mit Zahlen zum Quartal die Gewinnerliste an, während SAF Holland und Norma Group zu den Verlierern zählten.
Ein genauerer Blick auf die Einzelaktien:
**Atoss Software** war der Top-Gewinner im SDAX. Das Unternehmen legte gute Quartalszahlen vor: Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 11% auf 52,6 Millionen Euro. Das EBIT wuchs überproportional um rund 23% auf 21,1 Millionen Euro, und die Marge verbesserte sich um 4 Prozentpunkte auf 40%. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde angepasst: Beim Umsatz rechnet Atoss nun eher am unteren Ende der Spanne (210-215 Millionen Euro), aber bei der Marge zeigt man sich deutlich zuversichtlicher und erwartet nun rund 37% statt der bisher prognostizierten mindestens 34%. Dies liegt vor allem am guten Geschäft im Cloud-Bereich. Trotz der KI-bedingten Sorgen, die die gesamte Softwarebranche unter Druck gesetzt hatten, und einer Korrektur im Anschluss an eine Bodenbildung um 70 Euro, zeigt die Aktie aktuell eine Aufwärtsbewegung. Mit einer aktuellen Notierung von etwa 94 Euro und der besseren Margenprognose sowie der starken Entwicklung im Cloud-Geschäft wird eine baldige Rückkehr in den dreistelligen Bereich erwartet. Die Aktie bleibt zuversichtlich gestimmt.
**Heidelberg Materials** zählte ebenfalls zu den Gewinnern. Das Unternehmen profitierte von starken Zahlen des Schweizer Wettbewerbers Holcim, der Umsatz, Gewinn und Marge im abgelaufenen Quartal steigern konnte und die Jahresziele anhob. Dies spiegelte sich positiv im Chart von Heidelberg Materials wider. Die Aktie war im laufenden Jahr stark unter Druck geraten und befand sich in einem intakten Abwärtstrend, nachdem sie im Vorjahr noch von der Fantasie des KI-Boom-getriebenen Baus von Rechenzentren profitiert hatte. Nach einer Bodenbildung im Bereich um 140 Euro zeigt die Aktie nun wieder nach oben. Das Überschreiten der 50-Tage-Linie wäre ein erster Schritt, und mit weiteren positiven Impulsen, insbesondere eigenen starken Zahlen, könnte die Aktie wieder den Bereich um 180 Euro erreichen. Die Grundstory des gut positionierten Baustoffherstellers, der indirekt vom KI-Boom profitieren dürfte, bleibt bestehen, und die Aktie bietet mittelfristig eine Einstiegschance.
Der Maschinenhersteller **Krones** senkte gestern kurz vor Mittag seine Prognosen, insbesondere für den Umsatz. Für 2026 wird nun nur noch ein Wachstum von 1-2% erwartet (statt bisher 3-5%), und auch die Mittelfristziele für 2028 wurden auf 6-6,2 Milliarden Euro Umsatz gesenkt (statt bisher 7 Milliarden). Die mittelfristige Margenprognose wurde ebenfalls leicht reduziert, die Marge für dieses Jahr jedoch bestätigt. Die gedämpfte Umsatzentwicklung zeigte sich bereits in den Q3-Zahlen der ersten neun Monate (nur 0,8% Wachstum). Nach der Prognosesenkung fiel die Aktie gestern kurzzeitig um fast zehn Prozent, erholte sich aber im Tagesverlauf schnell und notiert wieder über 110 Euro. Dies deutet darauf hin, dass viel Negatives bereits eingepreist war und die Umsatzsenkung keine Überraschung mehr darstellte. Es besteht die Zuversicht, dass die Tiefs erreicht wurden und sich die Geschäftsentwicklung schrittweise wieder verbessern wird. Ein erstes Ziel wäre die Marke von 120 Euro, gefolgt von Kursen im Bereich von 140 Euro mittelfristig. Die aktuelle Schwäche könnte eine Einstiegschance darstellen, und die schnelle Erholung gestern ist ein positives Zeichen.
**MTU** zählte zu den Top-Verlierern. Das Unternehmen steht im Sog der Zahlen des französischen Wettbewerbers Safran. Obwohl Safran starke Zahlen vorlegte, geriet die Aktie unter Druck, was auch die Stimmung bei MTU trübte. Das Chartbild trübt sich ein, da die Aktie mehrfach im Bereich um 380 Euro nach unten abgeprallt ist und nun droht, das Septembertief nachhaltig zu unterschreiten. Dies könnte das Chartbild weiter eintrüben. Grundsätzlich läuft das Geschäft bei MTU gut, insbesondere das margenstarke Servicegeschäft ist gefragt. Allerdings spiegelt sich dies aktuell nicht an der Börse wider. Sollte die Unterstützung beim Septembertief reißen, rückt der Stopkurs des Aktionärs bei 315 Euro in den Fokus. Ein Unterschreiten dieser Marke würde das Chartbild weiter eintrüben und könnte zu einem Rückfall in den Bereich des 52-Wochen-Tiefs bei rund 275 Euro führen.
**Siemens Energy** war gestern der größte Verlierer im DAX mit einem Minus von fast neun Prozent. Der Abwärtstrend der vergangenen Monate hat sich im Oktober noch einmal beschleunigt, und die Aktie fiel unter den Stopkurs des Aktionärs bei 130 Euro. Hier wird vorerst zum Abwarten geraten. Obwohl auf schwache Tage oft starke Tage folgen, ist der übergeordnete Trend eindeutig negativ. Trotz einer sehr starken Geschäftsentwicklung mit hohen Auftragseingängen und starkem Wachstum ist die Aktie aktuell nicht gefragt. Sie leidet vor allem unter der KI-Angst, da ihre Netz- und Gastronomie, die für den Ausbau von KI-Rechenzentren benötigt werden, als KI-Aktie gehandelt wird, was am Markt aktuell nicht gut ankommt. Das Chartbild hat sich eingetrübt, und ein Einstieg drängt sich nicht auf. Die Stimmung muss sich erst wieder verbessern, und der Konzern muss voraussichtlich mit steigenden Zahlen überzeugen. Erst oberhalb von 135 Euro könnte man wieder über den Einstieg nachdenken.
Die ersten Kurse am Freitag zeigten eine leichte Erholung bei Siemens Energy (123,44 Euro). Heidelberg Materials notierte etwas höher als am Vortag, im Plus. MTU dagegen verzeichnete ein deutliches Minus von fast 4%, wodurch der Stopkurs bei 315 Euro näher rückte. SAP, das nach den Zahlen gestern im US-Handel gestiegen war, verlor heute 2% und notierte unter 215 Euro. Die schwächere Kursentwicklung dieses Schwergewichts belastete den DAX.
Die bevorstehenden Termine in Deutschland und der Eurozone werden als weniger entscheidend eingeschätzt, könnten aber leichte Hinweise auf die Konjunktur geben. Wichtiger bleibt die Entwicklung rund um KI-Aktien und die Wall Street, insbesondere nach dem gestrigen Druck auf die Tech-Werte. Der DAX baute sein Minus am Freitag weiter aus und notierte zuletzt 0,4% tiefer bei 25.275 Zählern, wobei die schwache Kursentwicklung von SAP spürbar war. Die Wall Street und die weitere Entwicklung vor dem Wochenende werden genau beobachtet.