
Rücksetzer nutzen? | Brent | Broadcom | Amazon | Netflix | Meta Platforms
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Herzlich willkommen zu Märkte und Trends XXL. Heute beschäftigen wir uns mit dem Thema XXL-Depot und werfen einen Blick auf verschiedene Anlageideen.
**Öl – Eine Short-Idee im Fokus**
Ein immer wiederkehrendes Thema bei uns ist Öl. Vor einiger Zeit wurde bereits eine Short-Idee für Brent-Öl diskutiert, die damals nicht umgesetzt wurde. Nun scheint die Idee wieder relevant zu werden. Christian fragt Lis nach den Gründen für diese Einschätzung.
Lis erklärt, dass die Idee bereits im September aufkam und er die Spekulation als riskant einstuft, da die geopolitische Lage entscheidend sei. Sollte sich die Situation weiter eskalieren, könnten die Kurse durchaus die 125 US-Dollar erreichen. Aktuell sehen wir einen Widerstandsbereich um die 113-114 US-Dollar, der zuvor bereits im März und April getestet wurde. Es besteht die Möglichkeit eines Ausbruchs, aber Lis hält es für denkbar, dass der Kurs an dieser Zone wieder auf Widerstand trifft und es zu einem Abverkauf kommt. Dies wäre eine kurzfristige Handelsidee. Ein signifikanter Kursverfall in Richtung 80 US-Dollar sieht Lis derzeit nicht, da dafür eine Verhandlungsbereitschaft, insbesondere seitens der USA gegenüber dem Iran, notwendig wäre. Trump hat sich zuletzt dahingehend geäußert, dass keine Verhandlungen stattfinden. Diese Aussage führte zu einem Anstieg des Ölpreises.
Dennoch hält Lis eine kurzfristige technische Gegenbewegung von 5 bis 10 Prozent für möglich. Eine Korrektur von 5 Prozent würde den Preis auf etwa 108 US-Dollar senken. Mit einem gehebelten Zertifikat (z.B. WA3CDD mit einem Hebel von 4,5) könnten sich hierdurch durchaus bemerkbare Renditen erzielen lassen. Lis betont, dass es sich hierbei um eine Idee handelt und keine Anlageberatung. Sollte sich die geopolitische Lage beruhigen und positive Nachrichten eintreffen, sei auch ein Kursziel von 100 US-Dollar, was einer Korrektur von etwa 12 Prozent entspräche, realistisch.
Christian äußert sich zurückhaltend und präferiert eine kleinere Positionsgröße, da die Idee gegen den aktuellen Markttrend und die Geopolitik gerichtet sei. Er betrachtet es als Beimischung. Die bereits bestehende Handelsidee mit einem Verlust von 1,86% dient dazu, die Kursentwicklung nachzuvollziehen.
Lis bestätigt, dass die Positionsgröße gering gehalten werden sollte, da der Trade spekulativer ist und auf eine kurzfristige Korrektur abzielt (maximal ein bis zwei Wochen). Ein Totalverlust im Falle einer weiteren Eskalation sei verkraftbar, weshalb die Positionsgröße moderat gewählt werden müsse. Alternativ könne ein Stop-Loss bei 120-125 US-Dollar gesetzt werden, um das Risiko zu minimieren. Bevor der Trade umgesetzt wird, rät Lis zur weiteren Beobachtung, insbesondere im Hinblick auf die US-Börseneröffnung und das Wochenende, da hier oft wichtige Entwicklungen stattfinden.
**Broadcom – Eine KI-Aktie unter Druck**
Als nächstes Thema wird Broadcom, eine als KI-Aktie geltende und aktuell unter Druck stehende Firma, beleuchtet. Christian fragt, ob der aktuelle Rücksetzer eine gute Gelegenheit sei, den Titel, der auf der Watchlist steht, genauer zu betrachten.
Lis bejaht dies und hält die aktuelle Situation für eine gute Chance, einzusteigen. Vorbörslich notiert die Aktie bei 325 US-Dollar. Das Volumenprofil zeigt eine relativ ausgeglichene Verteilung zwischen 315 und 380 US-Dollar. Bemerkenswert ist die Preisakzeptanz in diesem Bereich, der bereits Anfang des Jahres für längere Zeit gehalten wurde. Lis erwartet eine Erholung und ein Kursziel von 380 US-Dollar, wo auch der Point of Control liegt. Dies entspräche einer potenziellen Rendite von 15-16% ohne Hebel.
Fundamental sei die Story von Broadcom klar: Netzwerk- und KI-Chips für Hyperscaler. Die Nachfrage sei nach wie vor enorm, auch wenn dies angesichts der starken Abverkäufe überraschend erscheinen mag. Insbesondere die Rolle von Robic bei Broadcom und die Lieferung von KI-Chips werden hervorgehoben. Es wird erwartet, dass der KI-Chip-Markt bis 2028 auf 230 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte. Die Kombination aus fundamentaler Stärke und dem Kursrückgang in eine interessante Unterstützungszone mache Broadcom attraktiv.
Das passende Knockout-Zertifikat UJ6FME mit einem Hebel von 2,17 wird vorgestellt. Bei einem Hebel von zwei könnte eine potenzielle Rendite von knapp 30% erzielt werden, was für eine Gegenbewegungstrade sehr spannend sei. Lis empfiehlt eine Long-Position mit einer überschaubaren Positionsgröße. Selbst bei einem Rückgang Richtung 290 US-Dollar (lokales Tief im April) sei der Abstand zur Knock-out-Schwelle von 178 US-Dollar mit knapp 45% noch attraktiv.
Christian bestätigt die Attraktivität des Zertifikats und die sinnvolle Entscheidung, abzuwarten, da der aktuelle Einstiegskurs 12% tiefer liege als bei der ursprünglichen Vorstellung als Handelsidee. Der Abstand zum KO sei entspannt und ermögliche eine Beobachtungsphase, falls die Aktie weiter fällt.
**Amazon – Position aufstocken?**
Als Nächstes wird Amazon besprochen, ein Wert, der sich bereits länger im Depot befindet. Christian stellt die Frage, ob angesichts der jüngsten Entwicklungen und des leichten Rücksetzers eine Aufstockung der Position in Erwägung gezogen werden sollte. Die Aktie war auf dem Weg zum Allzeithoch, hat aber eine kleine Bremsspur eingelegt.
Der aktuelle Basispreis des Discount-Optionsscheins liegt bei 240 US-Dollar, das Cap bei 260 US-Dollar. Die zweite Tranche hätte eine potenzielle Maximalrendite von ca. 88%. Die Positionsgröße sei bisher nicht zu groß gewählt worden, und es bestehe Luft zum Aufstocken. Das einzige Manko sei die Restlaufzeit von unter zwei Monaten bis zum 18. Dezember.
Christian sieht zwei Szenarien: Entweder die Aktie wird wie im April des Vorjahres katapultiert, oder die aktuellen Rücksetzer sind Vorboten für Schlimmeres. In letzterem Fall wäre eine längere Laufzeit bis in den März hinein wünschenswert. Dennoch spricht er sich für eine Aufstockung aus, da Amazon nicht nur im Marktplatzgeschäft, sondern auch in anderen Geschäftsfeldern aktiv sei.
Technische Indikatoren wie der 200-Tage-SMA, der Super-Trend-Indikator (intakt) und der 50-Tage-SMA (aktuell kritisch) werden betrachtet. Ein Trendsignal seit dem 14. April sei intakt. Kurzfristige Kursziele basierend auf einem Sentiment-Signal vom 16. September seien Ziel 1 und 2 erreicht, Ziel 3 und 4 stünden noch aus. Mit dem Discount-Optionsschein sei es vorteilhaft, diese Entwicklung zu begleiten. Selbst ein Erreichen von Ziel 3 im Zusammenspiel mit dem Sentiment wäre mit der aktuellen Strategie spannend. Das Sentiment liegt mit 78,8 Punkten im überkauften Bereich, aber Christian hält eine Aufstockung aufgrund der jüngsten Entwicklung für denkbar.
Lis schließt sich der Meinung an und ist ein "Amazon-Fan". Er sieht definitiv weiteres Potenzial nach oben und nennt ein Kursziel von mindestens 300 US-Dollar. Dies begründet er mit dem starken Wachstum von AWS und dem E-Commerce-Geschäft. Morgan Stanley habe das Kursziel zuletzt auf 350 US-Dollar angehoben, was die optimistische Haltung unterstreicht. Das erwartete Umsatzwachstum von AWS wird auf 47% konstant in den nächsten Jahren geschätzt. Auch die Gewinnmargen im Zusammenhang mit KI-Chips und dem Handelsgeschäft seien stark. Die aktuelle Zone könnte eine wichtige Unterstützung darstellen. Kurzfristig seien die 350 US-Dollar wichtig. Ein Rückgang auf das Tief von 225 US-Dollar sei nicht auszuschließen, aber mit der aktuellen Strategie (Basispreis 240 US-Dollar, Cap 260 US-Dollar) sei eine maximale Rendite von 88% bis zum 18. Dezember erreichbar, selbst wenn das Ziel 300 US-Dollar nicht erreicht wird. Die 260 US-Dollar als Cap seien realistisch. Lis spricht sich daher für eine zweite Aufstockung aus.
**Netflix – Eine langfristige Wette**
Abschließend wird Netflix thematisiert. Die Aktie befindet sich im Depot, und die Zahlen wurden bereits besprochen. Christian fragt nach der Kursentwicklung und ob sich Netflix stabiler halten konnte als andere KI- und Tech-Werte.
Lis berichtet von einem Anstieg von 3% am Vortag, was auf eine gewisse Stabilität hindeutet, obwohl Netflix als Tageswert gilt. Im Vergleich zu anderen KI-Werten, die deutliche Abschläge verzeichneten, habe sich Netflix stabil gehalten. Die Reaktion auf die Zahlen war zunächst negativ, da das Umsatzwachstum nicht den Erwartungen entsprach und eine gewisse Sättigung sowie Abschwächung erkennbar war. Auch das Werbegeschäft wird kritisch gesehen, und der Ausblick enttäuscht, da für das nächste Quartal ein schwächeres Wachstum erwartet wird.
Der Kurs fiel nach den Zahlen um etwa 64 US-Dollar und bildete ein Gap. Aktuell notiert die Aktie auf dem lokalen Tief vom Juli bei etwa 65 US-Dollar. Der Abwärtstrend sei intakt, und weiterer Abgabedruck sei möglich. Die aktuelle Ausgangsposition ist mit einem Verlust von knapp 18% nicht gut.
Lis sieht die Situation dennoch entspannt, da es sich um eine Discount-Optionsschein-Strategie mit einer langen Laufzeit bis März 2027 handelt. Der Basispreis liegt bei 68 US-Dollar, das Cap bei 78 US-Dollar. Die Erwartung ist nicht, dass neue Allzeithochs erreicht werden, sondern dass das Cap von 78 US-Dollar bis März 2027 erreicht wird. Dies würde eine maximale Rendite von 179% ermöglichen. Die lange Laufzeit gibt dem Unternehmen Zeit, sich fundamental zu verbessern, insbesondere im Werbegeschäft. Der Anstieg von den aktuellen Kursen bis zum Cap von 78 US-Dollar entspricht etwa 18-20%. Dies sei kein Selbstläufer, da wichtige Widerstandsbereiche überwunden werden müssten. Dennoch hält Lis die Chancen für gegeben. Die Strategie WAH7S mit dem Discount-Optionsschein sei weiterhin spannend, und die Position werde vorerst im Depot behalten.