
DAX-Check LIVE: Beiersdorf, Cancom, Hypoport, Infineon, Porsche AG im Fokus
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Der DAX zeigte sich heute nach deutlichen Zugewinnen gestern relativ stabil mit einem leichten Minus von 0,15% auf etwa 25.370 Zähler. Dies wird als positiver Rücksetzer nach den gestrigen Kursgewinnen gewertet. Der deutsche Leitindex hat sich von der 25.000-Punkte-Marke gelöst, verbleibt aber weiterhin in einer Seitwärtsbewegung zwischen 25.000 und 25.750 Punkten, eingeklemmt zwischen der 50-Tage-Linie und der 200-Tage-Linie. Ein Überschreiten der 50-Tage-Linie sowie positive Impulse aus der laufenden Berichtssaison und fallende Ölpreise könnten den Weg für einen Anstieg in Richtung Rekordhoch ebnen. Die Ölpreise sind nach Bemühungen um ein Ende des Irankriegs weiter gefallen. Gestern sorgte die Ankündigung des IPOs von Anthropic für Euphorie bei KI- und Tech-Werten in den USA, was sich auch positiv auf den DAX auswirkte.
Im Fokus der heutigen Betrachtung standen Einzelwerte, die bereits Zahlen vorgelegt haben. Bayersdorf war im frühen Handel das Schlusslicht im DAX. Der Konzern meldete für das dritte Quartal einen nominalen Umsatzanstieg von 0,4% auf knapp 2,4 Milliarden Euro, organisch sank der Umsatz jedoch um 1,3%. Die bereits im Sommer gekürzte Jahresprognose, die einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet, wurde bestätigt. Dies kam am Markt nicht gut an, da Bayersdorf mangelndes Wachstum attestiert wird. Die Aktie befindet sich in einem Seitwärtstrend, und ohne neues Wachstum ist kein nachhaltiger Befreiungsschlag zu erwarten.
CANCOM musste gestern Abend seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr um jeweils 100 Millionen Euro auf 1,65 bis 1,75 Milliarden Euro reduzieren, während die EPDA-Prognose unverändert blieb. Im dritten Quartal sanken Umsatz und EBD um knapp 3% bzw. 11%. Das Unternehmen begründete dies mit längeren Entscheidungszyklen und Projektverschiebungen. Die Aktie steckt seit Monaten in einem Seitwärtstrend fest, und die jüngste leichte Erholung wird nicht als Befreiungsschlag gewertet.
Positiv reagierte Hyppoport auf vorläufige Zahlen zum dritten Quartal. Das Unternehmen steigerte das EBITDA um 42% auf 10,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, womit die Jahresprognose bereits weitgehend gedeckt ist. Hyppoport konnte Marktanteile gewinnen und zeigte eine verbesserte Profitabilität. Trotz positiver Expertenmeinungen, die die Aktie als günstig einschätzen, bleibt die Situation schwierig, da laut Bundesanzeiger weiterhin 4% der Aktien leerverkauft sind. Die Aktie befindet sich seit über einem halben Jahr in einem engen Seitwärtstrend, und ein nachhaltiger Ausbruch nach oben steht noch aus.
Infineon wird als deutlich positiver eingeschätzt. Das Unternehmen plant eine Investition von rund 1,1 Milliarden Euro bis 2034 in den Standort Villach, Österreich, um die weltweit erste Hochvolumenfertigung für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter auf 300-mm-Wafern zu etablieren. Die Produktion soll Ende 2027 starten. Rund ein Drittel der Investitionssumme wird im Rahmen des European Chips Acts gefördert. Diese Investition sichert langfristiges Wachstum und positioniert Infineon als Lieferanten für Vorprodukte in Megatrends wie KI-Rechenzentren, Energieinfrastruktur und Robotik. Obwohl die Aktie im schwachen Tech-Umfeld unter Druck stand, wird eine Bodenbildung im Bereich von 50 Euro erwartet, und langfristig bleibt die Einschätzung positiv.
Die Porsche AG verzeichnete im frühen Handel deutliche Kursgewinne, obwohl die Zahlen für das dritte Quartal einen Umsatzrückgang von 7,5% auf 8,05 Milliarden Euro zeigten, was unter den Erwartungen der Analysten lag. Die Marge von 4,8% entsprach jedoch den Erwartungen und den Vorjahreszahlen. Die Jahresprognose wurde bestätigt. Experten sehen in den Quartalszahlen eine ordentliche Leistung und eine langsam wiederkehrende Dynamik im Geschäft, wobei die hohen Kosten für die strategische Neuausrichtung akzeptiert werden. Das Chartbild zeigt jedoch einen leichten Abwärtstrend, und ein Neueinstieg drängt sich noch nicht auf.
Aktuell notiert der DAX etwa 0,2% tiefer bei 25.350 Zählern, was nach den gestrigen Gewinnen kein Grund zur Sorge ist. Das Chartbild hat sich aufgehellt, und der DAX muss nun eine Richtung finden. Entscheidende Impulse könnten von der Wall Street kommen.
Heute stehen einige US-Konjunkturdaten an, darunter der Auftragseingang langlebiger Güter um 13:30 Uhr und das Verbrauchervertrauen um 15:00 Uhr, die jedoch keine entscheidenden Impulse liefern dürften. Wichtiger sind weitere Ergebnisse der Berichtssaison, insbesondere von Tech-Schwergewichten wie Alphabet, Microsoft oder Amazon, die morgen und am Donnerstag ihre Zahlen vorlegen werden.