
DAX-Check LIVE: BASF, Deutsche Bank, Mercedes-Benz, Symrise, Thyssenkrupp, Traton im Fokus
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Am heutigen Mittwoch hat der DAX gestern fast 0,8 % zugelegt und schloss bei knapp 25.600 Zählern. Damit knüpfte er an die Gewinne vom Montag an. Heute Abend um 19 Uhr stehen alle Augen auf die wichtige Notenbanksitzung der Fed. Vorher wird beim DAX relativ wenig Bewegung erwartet, er soll heute knapp unverändert oder leicht im Minus in den Handel gehen.
Im Chart bewegt sich der DAX weiterhin zwischen 25.000 und etwa 25.570 Punkten. Gestern kletterte er wieder bis an die 50-Tageslinie und lag zwischenzeitlich sogar darüber. Dies wird heute genau beobachtet. Ein nachhaltiger Anstieg über diesen Indikator wäre für einen Ausbruch aus der Seitwärts-Range entscheidend. Der freundliche Wochenstart hat die Verluste vom Ende der letzten Woche bereits wettgemacht. Das übergeordnete Bild ist weiterhin positiv, der DAX notiert nicht weit vom Rekordhoch entfernt. Trotz der schwierigen geopolitischen Lage, Unruhen in Frankreich und Unsicherheiten rund um die Midterms schlägt sich der DAX weiterhin gut.
Mitverantwortlich dafür ist die Berichtssaison, die auf Hochtouren läuft. Während heute und morgen nach Wall Street-Schluss in den USA Big Tech-Zahlen erwartet werden, haben auch am deutschen Markt bereits einige Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt.
Der erste Kurs beim DAX lässt noch auf sich warten, daher ein Blick auf die Einzelwerte. Die Berichtssaison steht im Fokus. Top-Gewinner im DAX ist aktuell die Deutsche Bank mit rund 3 % Plus nach Zahlenvorlage. Auf der Verliererseite steht Symrise, dessen Aktie im frühen Handel fast 6 % tiefer notiert. Im MDAX führen Sartorius und Aixtron den Index an, beflügelt durch starke Zahlen des Chipherstellers SK Hynix aus Südkorea, die die gesamte KI-Branche positiv beeinflussen. Auf der Verliererseite im MDAX befinden sich die DWS Group und Traton, die ebenfalls Zahlen vorgelegt haben. Im SDAX sind die Bewegungen geringer, PNE verzeichnet 3,5 % Plus, während TeamViewer und Jost Werke auf der Verliererseite stehen.
Die ersten DAX-Kurse zeigen ein minimales Minus von nicht einmal 0,1 % bei 25.570 Zählern, was den DAX als relativ stabil erscheinen lässt.
Im Detail zu den Einzelaktien:
BASF hat seine Gewinnprognose nach oben geschraubt und erwartet nun ein bereinigtes EBDA von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro, nach zuvor 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro. Die neue Spanne liegt mit 7,6 Milliarden Euro in der Mitte der Analystenerwartungen. Im dritten Quartal lag das operative Ergebnis bei 1,6 Milliarden Euro (plus 15 % gegenüber Vorjahr) und der Umsatz stieg um 14 %. Beide Kennzahlen übertrafen die Analystenerwartungen leicht. Am Markt kamen die Zahlen gut an, die BASF-Aktie notierte im frühen Handel leicht im Plus, knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 55 Euro. Die Übernahmeofferte für Evonik bleibt im Fokus. BASF wird als solide Halteposition eingeschätzt, mit Potenzial für einen Ausbruch über 55 Euro.
Die Deutsche Bank übertraf die Prognosen deutlich. Im dritten Quartal stieg der Vorsteuergewinn um 8 %, obwohl Analysten einen Rückgang erwartet hatten. CEO Sewing deutete an, dass die Erträge im Gesamtjahr das Ziel von 33 Milliarden Euro übertreffen könnten. Besonders das Investmentbank-Geschäft lief gut, mit einem um 12 % gestiegenen Vorsteuergewinn auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Die Aktie reagierte positiv auf die Zahlen, nachdem sie zuletzt von etwa 36 auf 28 Euro korrigiert hatte. Eine Trendwende und ein Anstieg über 30 Euro scheinen mittelfristig möglich.
Mercedes-Benz senkte bereits gestern Mittag seine Prognose, vor allem aufgrund eines schwachen Chinageschäfts und hoher Kosten. Die Marge wird nun nur noch bei 2 bis 3 % erwartet (zuvor 3 bis 5 %), und das EBIT soll lediglich das Vorjahresniveau erreichen. Im dritten Quartal stieg der Gewinn zwar um 28 %, dies jedoch von einem niedrigen Niveau. Der Umsatz sank um 4,5 %, und der Absatzrückgang von 8 % konzernweit, insbesondere im Chinageschäft (minus 31 %), ist bedenklich. Die Mercedes-Aktie reagierte gestern mit fast 4 % Minus und droht heute ein neues Tief zu erreichen. Der Abwärtstrend ist intakt, und es wird geraten, die Aktie vorerst zu meiden, bis eine operative Trendwende und neue charttechnische Impulse sichtbar werden.
Top-Verlierer im DAX ist der Duftstoffhersteller Symrise. Das Wachstum im dritten Quartal beschleunigte sich zwar, der organische Umsatz stieg um 5,3 %. Allerdings enttäuschte die Prognose für das Gesamtjahr. Während beim Umsatz ein Ergebnis in der Mitte der bisherigen Spanne von 2 bis 4 % Plus erwartet wird, ist man bei der Marge vorsichtiger und rechnet mit dem unteren Ende der Spanne von 21,5 bis 22,5 %. Dies drückt auf die Stimmung, zumal die Aktie sich zuletzt gut entwickelt hatte. Der Kurs fiel von über 100 auf etwa 89 Euro. Langfristig bleibt die Einschätzung, dass Symrise zwar Phasen guter Entwicklung hat, aber über Jahre hinweg wenig Gewinn mit der Aktie zu erzielen war.
Spannend ist die Situation bei ThyssenKrupp, einem der Top-Verlierer heute. Der deutliche Abverkauf ist auf den IPO der Werkstofftochter TK Accessor an der Frankfurter Börse zurückzuführen. Für je 20 ThyssenKrupp-Aktien erhalten Altanleger eine Aktie von TK Accessor. Im Vorfeld standen rund 3,5 Milliarden Euro im Raum. TK Accessor erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 11,5 Milliarden Euro Umsatz bei einer Marge von 2 %, die mittelfristig auf 4 bis 5 % gesteigert werden soll. TK Accessor könnte mittelfristig selbst ein MDAX-Kandidat werden. ThyssenKrupp wird weiterhin 51 % an der Tochter halten. Analysten hatten einen deutlicheren Abschlag erwartet, was darauf hindeutet, dass der Rücksetzer möglicherweise geringer ist als der reine Wert des Spin-offs. Charttechnisch hat sich die ThyssenKrupp-Aktie in den letzten Monaten gut entwickelt, die neuen Holdingstrukturen schaffen Vertrauen. Sollte der TK Accessor Börsengang ein Erfolg werden, sind höhere Kurse für ThyssenKrupp denkbar.
Der LKW-Hersteller Traton legte Zahlen vor, die weitgehend im Rahmen der Erwartungen lagen und die Prognose bestätigten. Nach neun Monaten stieg der Umsatz um 3 % auf 33 Milliarden Euro und das bereinigte Ergebnis um 13 % auf 2,31 Milliarden Euro. Der sich erholende Auftragseingang, insbesondere in den USA, wirkt sich langsam positiv aus. Im Chart spiegelt sich dies jedoch noch nicht wider, der Abwärtstrend ist intakt. Wichtig wäre, dass der Bereich um 31,50 bis 32 Euro charttechnisch hält. Die Zahlen sorgten heute für ein leichtes Minus. Ein Einstieg würde sich erst bei einem Bruch des Abwärtstrends anbieten.
Heute um 19 Uhr gibt die Fed ihre Zinssitzungsergebnisse bekannt. Der Markt erwartet eine Bestätigung der aktuellen Spanne von 3,75 bis 4,0 %. Eine Anhebung vor den Midterms wäre ungewöhnlich und wird eher für die nächste Zinssitzung erwartet. Um 21 Uhr folgen Zahlen von Big Tech-Unternehmen wie Alphabet und Microsoft, die morgen an der Nasdaq und auch beim DAX für Bewegung sorgen könnten.
Der DAX ist nach wie vor quasi unverändert bei 25.560 Punkten. Zwischenzeitlich lag er sogar im Plus über 25.600. Die weitere Entwicklung wird genau beobachtet, insbesondere die Auswirkungen der Fed-Entscheidung und der Big Tech-Zahlen.