
Märkte am Morgen: Anthropic, Apple, Microsoft, Coca-Cola, Cancom, Hypoport
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Guten Morgen und herzlich willkommen zu "Märkte am Morgen" am Dienstag, den 27. Oktober. Der DAX schloss gestern mit einem Plus von 0,9 % und wird heute voraussichtlich nahezu unverändert starten. An der Wall Street gab es ebenfalls Zugewinne: der Dow legte 0,3 %, der S&P 0,7 % und der Nasdaq 0,8 % zu. Dennoch ist am DAX vorbörslich eine leicht abwartende Haltung zu erkennen, da wichtige Termine wie die Zinsentscheidungen der Fed (morgen) und EZB (Donnerstag) sowie Zahlen großer US-Tech-Konzerne (Alphabet, Microsoft, Amazon) noch ausstehen. Diese Konzerne sind besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) von Bedeutung und werden morgen und Donnerstag nach US-Handelsschluss ihre Zahlen vorlegen.
In Asien zeigt sich der Nikkei mit einem deutlichen Plus von 1,7 %, während der Hang Seng und Shanghai Composite um 0,64 % bzw. 0,8 % nachgeben. Die Ölpreise verzeichnen leichte Verluste; Brent liegt bei 115 $, WTI weiterhin über 100 $ bei 101,61 $. Bitcoin notiert bei 79.480 $, somit unter der 80.000 $-Marke.
Ein wichtiges Thema ist Anthropic, ein KI-Unternehmen, das noch nicht börsennotiert ist. Der Börsenprospekt wurde bei der SEC eingereicht, was darauf hindeutet, dass die Roadshow in der Woche vom 9. November beginnen und ein Börsengang ab dem 16. November denkbar wäre. Das Kürzel an der Nasdaq wird ANT sein. Eine Bewertung von bis zu 2 Billionen US-Dollar wird erwartet. Genaue Details zu Aktienanzahl, Preis und Emissionsvolumen stehen noch aus. Die Zahlen für das erste Halbjahr zeigen einen Erlös von 16,3 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 1,2 Milliarden) und einen Nettoverlust von 80,7 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 13 Milliarden). Der hohe Verlust ist auf massive Investitionen in den Bau von Rechenzentren zurückzuführen, was auch den vergleichsweise schnellen Börsengang erklärt, um Kapital zu beschaffen. Der Prospekt weist zudem auf diverse KI-Risiken hin, darunter Missbrauch (Biowaffen, Cyberangriffe), Verlust menschlicher Kontrolle, Missbrauch durch autoritäre Staaten und wirtschaftliche Verwerfungen. Anthropic betont, dass mögliche Haftungsansprüche den Versicherungsschutz übersteigen könnten, was früheren Aussagen widerspricht, dass alles durch Versicherungen abgedeckt sei. Der Börsengang könnte der größte des Jahres werden, auf dem Niveau von SpaceX.
Apple steht mit seinem neuen Falt-iPhone, dem "Falt Duo", im Fokus negativer Berichte. Auf Social Media kursieren Bilder von gesplitterten Displays oder Pixelfehlern. Apple hat bereits reagiert und erklärt, dass nur eine kleine Anzahl von iPhones betroffen sei und der Fehler sich schnell bemerkbar mache. Es wird vermutet, dass nicht das Display selbst, sondern der Faltmechanismus die Ursache sein könnte. Kunden können defekte Geräte reklamieren und erhalten Ersatz für das 2300 € teure iPhone. Trotz der Probleme war das Gerät kurz nach Vorbestellungsstart vergriffen; Lieferzeiten reichen mittlerweile bis in den Januar. Die Apple-Aktie zeigte sich zuletzt stark nach oben, mit kleinen Rücksetzern als Verschnaufpausen. Gestern schloss sie im Minus, heute vorbörslich leicht bei -0,3 %.
Microsoft wird diese Woche ebenfalls Zahlen vorlegen. Aktuell geht es jedoch um freiwillige Abfindungsangebote für 60.000 Mitarbeiter in Kanada, Indien, Großbritannien und den USA. Das betrifft über ein Viertel der Belegschaft von 223.000 Beschäftigten (Stand Ende Juni). Die Annahmequote wird als gering eingeschätzt, deutlich unter den 30 % eines früheren Vorruhestandsangebots. Microsoft hat bereits 4800 Stellen gestrichen, um für die hohen Investitionsausgaben in KI zu sparen. Die Microsoft-Aktie befindet sich in einem Aufwärtstrend, zeigte gestern positive Entwicklung, wird aber heute vorbörslich mit -0,5 % im roten Bereich erwartet.
Coca-Cola legt heute um 12 Uhr MEZ seine Q3-Bilanz vor. Analysten erwarten einen Gewinn pro Aktie von 88 Cent (Vorjahr: 82 Cent) und einen Umsatz von 12,93 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 12,46 Milliarden). Die Guidance für das Gesamtjahr wurde im Juli angehoben, mit einem erwarteten organischen Umsatzwachstum von rund 5 % und einem bereinigten EPS-Plus von 9 bis 10 %. Coca-Cola hat in den letzten acht Quartalen die Gewinnerwartungen übertroffen. Eine Schwachstelle im zweiten Quartal war der Produktmix in Asien mit einem Rückgang von 9 %. Der Optionsmarkt preist eine Bewegung von 2,9 % nach den Zahlen ein. Der Aktionär empfiehlt die Aktie weiterhin zum Kauf mit einem Stoppkurs von 59 €. Bemerkenswert ist, dass die Dividende seit 1963 jedes Jahr angehoben wurde. Vorbörslich notiert die Aktie nahezu unverändert bei +0,1 %.
In Deutschland hat Cancom gestern nachbörslich vorläufige Zahlen vorgelegt und die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 gesenkt. Der Umsatz wird nun bei 1,65 bis 1,75 Milliarden Euro erwartet (zuvor: 1,75 bis 1,85 Milliarden). Die EBDA-Prognose bleibt unangetastet. Die Anpassung ist auf die anhaltende Zurückhaltung der Kunden bei IT-Ausstattung für Arbeitsplätze zurückzuführen, was zu längeren Entscheidungsfindungen und Projektvertagungen führt. Die vorläufigen Q3-Zahlen zeigen einen Umsatz von 412 Millionen Euro (Vorjahr: 423,9 Millionen) und ein EBDA von 24,1 Millionen Euro (Vorjahr: 27,1 Millionen), beides rückläufig. Die vollständigen Zahlen erscheinen am 12. November. Die erste Reaktion nach der Prognosesenkung war ein Minus von 4 % bei Tradegate. Die Aktie zeigte seit Spätsommer eine Seitwärtsbewegung.
Hypoport legte ebenfalls vorläufige Zahlen vor. Das EBIT stieg im dritten Quartal deutlich um 42 % auf 10,8 Millionen Euro (Vorjahr: 7,6 Millionen). Der Umsatz wuchs um 4,5 % auf 70 Millionen Euro (Vorjahr: 67 Millionen), was den starken Gewinnanstieg besonders hervorhebt. Die endgültigen Zahlen werden am 9. November veröffentlicht. Die Hypoport-Aktie, die über ein Jahr einen extremen Abwärtstrend zeigte, scheint einen Boden gefunden zu haben und erholt sich zuletzt, kämpft aber noch um die Rückeroberung der 200-Tage-Linie.
Um 9 Uhr geht es live mit dem DAX-Check weiter.